Familienpflegezeitgesetz: Deine Rechte und Möglichkeiten als pflegender Angehöriger in Deutschland
Manchmal ändert sich der Alltag von einem Tag auf den anderen – zum Beispiel, wenn ein geliebter Mensch plötzlich Pflege braucht. Dann stehst Du vielleicht vor der großen Frage: Wie soll ich das alles schaffen – arbeiten, pflegen und trotzdem irgendwie weiter funktionieren? Genau hier setzt das Familienpflegezeitgesetz an. Es gibt dir die Möglichkeit, deine Arbeitszeit zu reduzieren, Dich freistellen zu lassen und sogar finanzielle Unterstützung zu erhalten – ohne gleich deinen Job zu riskieren.
Die Pflege eines Angehörigen bringt nicht nur organisatorische, sondern auch emotionale Herausforderungen mit sich. Gerade deshalb ist es wichtig, Deine Rechte zu kennen und Dich nicht allein gelassen zu fühlen. Wir erklären Dir die wichtigsten Punkte in klarer, verständlicher Sprache, mit Beispielen aus der Praxis, Tabellen zum Vergleich und nützlichen Tipps für Deinen Alltag. So hast Du die Sicherheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen – und kannst Dich voll und ganz auf das konzentrieren, was jetzt zählt: Deine Familie.
Wenn ein geliebter Mensch plötzlich Pflege braucht, verändert sich der Alltag komplett – emotional und organisatorisch. Du stehst vor der Herausforderung, Beruf, Familie und Pflege unter einen Hut zu bringen. Das Familienpflegezeitgesetz in Deutschland unterstützt Dich dabei: Du kannst Deine Arbeitszeit reduzieren, bekommst Schutz für Deinen Job und hast sogar die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung über ein zinsloses Darlehen zu erhalten.
Definition & Überblick
Das Familienpflegezeitgesetz (FPfZG) hilft dir, Beruf und Pflege besser zu vereinbaren, um einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung zu pflegen.
Das Gesetz wurde geschaffen, damit Du trotz Pflegeverantwortung berufstätig bleiben kannst. Es schützt Dich davor, zwischen Job und familiärer Fürsorge „zerrieben“ zu werden. Du bekommst mehr Planungssicherheit, Zeit und rechtliche Sicherheit während der Pflegephase.
Das Pflegegeld wird nicht auf ein Darlehen oder ein reduziertes Gehalt angerechnet, denn es steht dem Pflegebedürftigen persönlich zu. Diese Regel nimmt eine große finanzielle Sorge und gibt die Sicherheit, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie hingehört.
Rechtliche Grundlage (§§ 1–2 FPfZG)
- §1 FPfZG legt fest, dass Du deine Arbeitszeit zur Pflege eines nahen Angehörigen für längstens 24 Monate auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren,
- Es beschreibt, dass die Pflege in häuslicher Umgebung erfolgen muss und es sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen handeln muss.
Vereinfacht bedeutet das: Wenn du zuhause pflegst, darfst du deine Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum reduzieren – und dein Arbeitgeber muss sich damit auseinandersetzen.
Unterschied zum Pflegezeitgesetz (PfZG)
Während das Pflegezeitgesetz Dir eine vollständige Freistellung von der Arbeit für bis zu 6 Monate ermöglicht, kannst Du mit dem Familienpflegezeitgesetz weiterhin arbeiten – aber mit reduzierter Stundenzahl. Die kurzfristige Freistellung für bis zu 10 Tage gilt für die Organisation der ersten Pflegemaßnahmen.
Wer das Pflegezeitgesetz (PfZG, bis zu 6 Monate) komplett freigestellt genutzt hat, kann die Familienpflegezeit (FPfZG, bis zu 24 Monate) nur noch anteilig nutzen, bis die Gesamtdauer von 24 Monaten erreicht ist.
Tabelle: Pflegezeitgesetz vs. Familienpflegezeitgesetz vs. Kurzzeitige Freistellung
Wenn Du die Pflege eines nahen Angehörigen übernehmen möchtest, hast Du mit dem Familienpflegezeitgesetz die Möglichkeit, Beruf und Pflege zu vereinbaren – aber nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Regelungen sorgen dafür, dass Du geschützt bist und Deine Arbeit nicht aufgeben musst, während Du Dich um Deine Liebsten kümmerst.
Wer gilt als „nahe Angehörige“?
Als nahe Angehöriger gilt jeder, der Dir besonders nahesteht und den Du pflegst oder betreust. Dazu gehören unter anderem:
- Eltern und Schwiegereltern
- Kinder und Enkel
- Ehepartner oder Lebenspartner
- Geschwister
- Andere Personen, die wie Familie für Dich sind
Du siehst: Es geht nicht nur um Blutsverwandtschaft, sondern um Menschen, die für Dich eine zentrale Rolle im Leben spielen.
Tabelle: Voraussetzungen für die Familienpflegezeit
Arbeitgebergröße (25+ Mitarbeiter)
Damit Du die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen kannst, muss Dein Arbeitgeber mindestens 25 Mitarbeiter haben (ohne Auszubildende). Diese Regel stellt sicher, dass kleinere Unternehmen nicht überfordert werden, während Du trotzdem Anspruch auf Deine Rechte hast.
Mindestarbeitszeit (15 Stunden/Woche)
Damit Du die Familienpflegezeit nutzen kannst, musst Du normalerweise mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten. Das Gesetz erlaubt Dir, Deine Arbeitszeit zu reduzieren, ohne dass Dein Job in Gefahr gerät – Du kannst also weiterhin berufstätig bleiben und gleichzeitig für Deine Angehörigen da sein.
Kombination mit Pflegezeitgesetz (max. 24 Monate gesamt)
Du kannst Familienpflegezeit und Pflegezeitgesetz miteinander kombinieren. Insgesamt darf die Pflegezeit jedoch 24 Monate nicht überschreiten. Das gibt Dir die Flexibilität, zunächst stundenweise zu reduzieren und später, falls nötig, für einen längeren Zeitraum ganz freigestellt zu werden.
Wenn Du Dich entscheidest, die Familienpflegezeit zu nutzen, verändert sich Dein Alltag – Du musst Beruf, Familie und Pflege unter einen Hut bringen. Das Gesetz gibt Dir dafür klare Rahmenbedingungen, damit Du Planungssicherheit hast und gleichzeitig Deine Liebsten bestmöglich unterstützen kannst.
Maximale Dauer (24 Monate)
Die Familienpflegezeit kannst Du maximal 24 Monate in Anspruch nehmen. Das bedeutet: Du hast bis zu zwei Jahre Zeit, Deine Arbeitszeit anzupassen und Dich um Deine Angehörigen zu kümmern, ohne Deinen Job aufgeben zu müssen. Diese Zeit soll Dir helfen, langfristig Verantwortung zu übernehmen, ohne dass Du zwischen Pflege und Beruf zerrieben wirst.
Arbeitszeitreduzierung & Gestaltung
Du kannst Deine Arbeitszeit flexibel reduzieren – das Gesetz schreibt vor, dass Du mindestens 15 Stunden pro Woche arbeiten musst. So bleibt Dir genug Zeit für die Pflege, während Du weiterhin im Job aktiv bleibst.
Beispiele für die Gestaltung:
- Von 40 Stunden auf 20 Stunden pro Woche reduzieren
- Von 30 Stunden auf 15 Stunden pro Woche reduzieren
Du siehst: Du entscheidest, wie Du Beruf und Pflege miteinander vereinbarst, angepasst an Deine persönliche Situation und die Bedürfnisse Deiner Angehörigen.
Was passiert, wenn die Pflege früher endet?
Manchmal ändert sich die Situation schneller als gedacht – etwa wenn sich der Pflegebedarf verringert oder sich die gesundheitliche Lage des Angehörigen verbessert. In diesem Fall kannst Du die Familienpflegezeit vorzeitig beenden, musst dies aber mindestens 4 Wochen vorher Deinem Arbeitgeber mitteilen. So bleibt alles transparent und planbar – für Dich und Deinen Job
Als Marias Vater nach einem Schlaganfall pflegebedürftig wurde, stand ihre Welt still. Noch vor einer Woche hatte er mit ihrem Sohn im Garten gelacht – jetzt konnte er kaum sprechen und brauchte Hilfe beim Aufstehen, Essen und Waschen. Maria fühlte sich zerrissen: Einerseits ihre Familie, ihre Liebe zum Vater. Andererseits der Druck im Büro, das Team, das auf sie angewiesen war, die Angst, ihren Job zu verlieren.
Nach schlaflosen Nächten und endlosen Gesprächen mit ihrem Partner suchte Maria nach Lösungen. Dabei stieß sie auf das Familienpflegezeitgesetz. Zum ersten Mal fühlte sie: Ich habe Rechte. Ich bin nicht allein.
Sie sprach mit ihrem Arbeitgeber, beantragte Familienpflegezeit und reduzierte ihre Arbeitszeit – ohne Angst vor einer Kündigung haben zu müssen. Das zinslose Darlehen half ihr, den finanziellen Verlust teilweise abzufangen. Doch schnell merkte sie: Auch mit weniger Arbeitszeit reicht die Kraft manchmal einfach nicht.
Über eine Empfehlung entdeckte sie schließlich noracares, über die sie stundenweise Unterstützung buchen konnte – jemanden, der ihrem Vater beim Essen half oder mit ihm spazieren ging, wenn sie im Büro war oder kurz durchatmen musste. Zum ersten Mal seit Wochen spürte sie eine Form von Kontrolle. Nicht alles war perfekt – aber sie hatte einen Weg gefunden, beides zu ermöglichen: für ihren Vater da zu sein und gleichzeitig beruflich nicht alles aufgeben zu müssen.
Das Familienzeitgesetz schützt zwar Deinen Job, aber es löst nicht das Problem der Betreuungszeit. Wenn die reduzierte Arbeitszeit deshalb nicht ausreicht, ist eine stundenweise, flexible Unterstützung von noracares essenziell, um die Überlastung zu verhindern.
Flexible Unterstützung während der Familienpflegezeit mit noracares
Wenn Du so wie Maria einen Angehörigen pflegst, kann jeder Tag neue Herausforderungen bringen. Manchmal fällt die reguläre Pflegeperson aus, es gibt unerwartete Termine oder plötzlich steigt der Pflegeaufwand. Genau hier zeigt sich der Vorteil von noracares:
Flexible Unterstützung nach Bedarf
Du reduzierst Deine Arbeitszeit, aber der Pflegeaufwand bleibt derselbe. Mit noracares bekommst Du genau die Unterstützung, die Du aktuell brauchst. Eine stundenweise oder flexible Hilfe von noracares schließt die Lücke für die Zeit, die Du dringend für Schlaf, Arzttermine oder Erholung brauchst.
Kurzfristige Hilfe bei Notfällen
Unerwartete Situationen sind kein Problem: Wenn die reguläre Pflegeperson ausfällt oder ein Notfall eintritt, kannst Du über noracares spontan und kurzfristig Helfer:innen buchen. So bist Du abgesichert, auch wenn Dein Alltag plötzlich unvorhersehbar wird.
Gerade in einer so sensiblen und vulnerablen Situation ist Vertrauen entscheidend – noracares sorgt dafür, dass Du beruhigt Unterstützung nutzen kannst, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen.
Wie noracares Dich während der Familienpflegezeit unterstützt
Wenn Du Deine Arbeitszeit reduzierst, um einen Angehörigen zu pflegen, bleibt oft trotzdem das Gefühl, nicht alles allein schaffen zu können. Genau hier setzt noracares an – flexibel, stundenweise und genau dann, wenn Du Entlastung brauchst.
Hier sind konkrete Beispiele, wie noracares Dich unterstützt:
Die Pflegende Arbeit und Familie in Einklang bringen
Als Jonas erfährt, dass seine Mutter nach einem Sturz pflegebedürftig wird, kippt sein Alltag von einem auf den anderen Tag. Bis gestern strukturierten Termine, Meetings und Kindergeburtstage seinen Kalender. Heute zählen plötzlich ganz andere Fragen: Wer hilft seiner Mutter beim Aufstehen? Kann er sie allein lassen, während er im Büro ist? Wie erklärt er seinem Arbeitgeber, dass er nicht mehr wie bisher verfügbar sein kann – ohne seine berufliche Zukunft zu gefährden?
Mit jedem Tag wächst die emotionale Last. Jonas fühlt sich hin- und hergerissen: Zwischen Verantwortung als Sohn, Vater, Arbeitnehmer – und seiner wachsenden Erschöpfung. Er fragt sich: Muss ich meinen Job aufgeben, um für sie da zu sein?
In seiner Verzweiflung stößt er auf das Familienpflegezeitgesetz. Zum ersten Mal fühlt er sich nicht mehr völlig ausgeliefert. Er erfährt, dass er seine Arbeitszeit reduzieren kann, ohne seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Ein zinsloses Darlehen kann den Verdienstausfall abfedern. Es ist nicht die Lösung aller Probleme – aber ein Schutzraum, der ihm Luft zum Atmen gibt.
Doch schon bald merkt Jonas: Selbst mit reduzierter Arbeitszeit reicht seine Kraft manchmal nicht. Es gibt Tage, an denen seine Mutter zusätzliche Betreuung braucht. Momente, in denen er beruflich eingespannt ist oder einfach einen Nachmittag braucht, um für sich da zu sein, statt permanent zu funktionieren.
Hier kommt noracares ins Spiel. Über die Plattform findet Jonas stundenweise Unterstützung – verlässliche Helfer:innen, die seine Mutter begleiten, mit ihr essen oder sie zu Terminen begleiten. Er kann flexibel buchen – für bestimmte Tage, einzelne Stunden oder auch kurzfristig, wenn seine reguläre Pflegekraft ausfällt.
Plötzlich ist er nicht mehr allein in dieser Verantwortung. Er kann arbeiten, ohne ständig das Gefühl zu haben, sein Handy im Blick behalten zu müssen. Er hat wieder Zeit, abends mit seinen Kindern unbeschwert zu lachen – ohne von Schuldgefühlen erdrückt zu werden. Und er kann seiner Mutter mit Geduld und Liebe begegnen, statt nur zu funktionieren.
Du möchtest die Familienpflegezeit nutzen, weißt aber nicht genau, wie der Antrag funktioniert? Keine Sorge – wir begleiten Dich Schritt für Schritt. So kannst Du Beruf und Pflege rechtlich sicher vereinbaren, ohne Dich allein durch bürokratische Hürden kämpfen zu müssen.
Fristen & Termine
Damit alles reibungslos läuft, musst Du ein paar Termine im Blick haben:
- 8 Wochen vorher: Dein schriftlicher Antrag muss spätestens 8 Wochen vor Beginn bei Deinem Arbeitgeber eingereicht werden.
- 3 Monate vorher: Wenn Du von der Pflegezeit in die Familienpflegezeit wechseln willst, gilt eine Frist von 3 Monaten.
Diese Fristen für das Familienpflegezeitgesetz sorgen dafür, dass Dein Arbeitgeber planen kann – und Du keine unangenehmen Überraschungen erlebst.
Schriftlicher Antrag beim Arbeitgeber
Beschäftigte müssen die Familienpflegezeit spätestens acht Wochen vor ihrem Beginn schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber ankündigen und die Dauer sowie den Umfang der Arbeitszeitreduzierung festlegen. Folgende Angaben gehören unbedingt hinein:
- Beginn der Familienpflegezeit
- Geplante Dauer
- Geplante wöchentliche Arbeitszeit
Tabelle: Schritt-für-Schritt: Antrag auf Familienpflegezeit
Nachweise & Dokumente
Damit Dein Antrag anerkannt wird, brauchst Du bestimmte Unterlagen:
- Pflegebedürftigkeit: z. B. MDK-Gutachten oder Bescheid der Pflegekasse
- Eigene Arbeitszeiten: aktuelle Vereinbarungen, um Deine geplante Reduzierung zu belegen
Diese Dokumente sichern ab, dass Dein Antrag rechtlich Bestand hat und Du alle Ansprüche geltend machen kannst.
Zustimmung & Vereinbarung mit Arbeitgeber
Dein Arbeitgeber muss dem Antrag zustimmen. Oft wird eine schriftliche Vereinbarung getroffen, in der alle Details zur Arbeitszeitreduzierung, Dauer und Rückkehr in den Vollzeitjob festgehalten werden. So habt Ihr beide Klarheit und Sicherheit.
Antrag auf zinsloses Darlehen (BAFzA)
Beschäftigte können für die Zeit, in der sie ganz oder teilweise für die Pflege aus dem Beruf aussteigen, beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) auf Antrag ein zinsloses Darlehen aufnehmen. Es wird in monatlichen Raten ausgezahlt und soll dabei helfen, den entstehenden Verdienstausfall abzufedern. Das zinslose Darlehen ist nach dem Ende der jeweiligen Freistellung ebenfalls in Raten wieder zurückzuzahlen.
Wenn du ein BAFzA-Darlehen nutzt, denke daran: Die Rückzahlung ist ein wichtiger Faktor für deine finanzielle Planung, besonders wenn du später wieder in den Vollzeitjob zurückkehrst. Plane frühzeitig, wie du die Rückzahlungen stemmen kannst, damit du nach der Betreuungszeit nicht unerwartet belastet wirst. So behältst du die Kontrolle über deine Finanzen und kannst die Auszeit sorgenfrei gestalten.
Bei der Berechnung der Höhe des Darlehens hilft Dir der Familienüflegezeit-Rechner
Die Familienpflegezeit hilft Dir, Beruf und Pflege besser zu vereinbaren. Aber sie ist nur ein Teil des Netzes, das pflegende Angehörige unterstützt. Oft brauchst Du zusätzliche Hilfe, Beratung oder Austausch – besonders in emotional belastenden Phasen.
1. Beratungsstellen und Pflegeberatungen
- Pflegestützpunkte: Bieten persönliche Beratung zu Pflegeleistungen, Entlastungsangeboten und finanziellen Unterstützungen.
- Sozialdienste der Krankenkassen: Sozielhilfeverbände helfen bei Antragstellungen, Pflegegraden oder Organisation der Pflege.
- Pflegeberatungs-Hotlines: Schnell erreichbar, wenn Fragen akut auftauchen. Bei diesen Stellen bekommst du Informationen zu verschiedenen bundesweiten Beratungstelefonen im Bereich der Pflege, ohne alles alleine herausfinden zu müssen.
2. Selbsthilfegruppen und Austausch mit anderen Angehörigen
Wer viel Zeit und Energie in die Pflege investiert, läuft Gefahr, die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Lokale Selbsthilfegruppen oder Online-Foren spielen eine entscheidende Rolle dabei, pflegenden Angehörigen Raum für Austausch und Unterstützung zu bieten.
3. Kurzzeit- und Verhinderungspflege
Maria pflegt ihre Mutter – aber wer kümmert sich um Sabine? Genau hier setzen die Unterstützungsleistungen an: Sie sind speziell dafür geschaffen, pflegende Angehörige zu entlasten. Sabine kann so Pausen einlegen, Energie tanken und sicher sein, dass ihre Liebsten weiterhin gut versorgt sind. Diese Angebote sorgen dafür, dass Pflege nicht nur Pflicht, sondern auch tragbar und nachhaltig bleibt.
Wenn Du kurzfristig verhindert bist – z. B. durch Krankheit, Termine oder Urlaub – übernehmen professionelle Pflegekräfte von noracares für einen begrenzten Zeitraum die Betreuung. So kannst Du Dich kurzzeitig erholen, ohne dass Dein Angehöriger allein bleibt.
4. Ehrenamtliche und stundenweise Unterstützung
Plattformen wie noracares vermitteln Pflegepersonal die Dich stundenweise im Alltag entlasten, z. B. bei Spaziergängen, Mahlzeiten oder kleinen Aufgaben im Haushalt. Du kannst flexibel buchen, je nachdem, was gerade notwendig ist – stundenweise, tageweise oder bei Notfällen.
5. Psychosoziale Unterstützung
Gespräche mit Psychologen oder Coaches für pflegende Angehörige helfen, Stress, Überforderung und emotionale Belastung zu reduzieren. So bleibst Du selbst stabil und kannst für Deinen Angehörigen da sein.
Pflege ist eine große Verantwortung – aber Du musst sie nicht alleine tragen. Kombiniere gesetzliche Möglichkeiten wie die Familienpflegezeit mit Beratungen, Selbsthilfegruppen und flexibler Hilfe, um Entlastung, Orientierung und Sicherheit zu bekommen.
Die Geschichte von Maria zeigt, dass die Pflege nicht nur den Alltag des pflegenden Menschen betrifft, sondern auch die eines Angehörigen und die seiner Familie. Um Stress, Missverständnisse und Überforderung zu vermeiden, ist gute Kommunikation entscheidend. Mit der Familienpflegezeit kannst Du aktiv Strukturen schaffen, Aufgaben verteilen und Entlastung organisieren.
1. Offene Gespräche führen
Sprich frühzeitig mit allen Familienmitgliedern über die Situation und den Pflegebedarf. Besprich, wer welche Aufgaben übernehmen kann und wie viel Zeit jeder realistisch investieren kann. Klare Absprachen verhindern Konflikte und Überlastung einzelner Personen.
2. Aufgaben klar verteilen
Erstelle eine Liste aller Pflegeaufgaben: Körperpflege, Arzttermine, Einkäufe, Haushalt, Begleitung zu Aktivitäten. Teile die Aufgaben nach Fähigkeiten, Zeitressourcen und Stärken der einzelnen Familienmitglieder auf. Auch kleine Beiträge helfen: Wer kann einkaufen, wer kann den Alltag organisieren, wer übernimmt stundenweise die Betreuung?
3. Nutzung der Familienpflegezeit aktiv planen
Reduziere Deine Arbeitszeit gezielt, um konkrete Pflegeaufgaben zu übernehmen. Plane die restlichen Stunden so, dass andere Familienmitglieder Aufgaben abdecken oder externe Hilfe eingebunden wird. So entsteht ein gemeinsamer Pflegeplan, der alle entlastet.
4. Externe Unterstützung einbinden
Nutze Plattformen wie noracares, um stundenweise Unterstützung durch qualifiziertes Pflegepersonal zu bekommen. Auch professionelle Unterstützung für einzelne Aufgaben (z. B. Arztbegleitung, Spaziergänge oder Haushaltsaufgaben) kann die Familie entlasten.
5. Regelmäßige Abstimmung und Flexibilität
Trefft Euch wöchentlich oder alle zwei Wochen, um Aufgaben zu überprüfen, neue Bedürfnisse zu besprechen und Pläne anzupassen. Die Pflege verändert sich – und der Plan sollte sich flexibel mitentwickeln.
6. Emotionale Unterstützung nicht vergessen
Sprich auch über Gefühle, Sorgen und Belastungen. Gemeinsame Pausen oder kleine Auszeiten helfen, Überlastung vorzubeugen.
Wenn Du Deine Arbeitszeit reduzierst, fragst Du Dich sicher: Wie soll ich jetzt meinen Lebensunterhalt bestreiten? Keine Sorge – das Familienpflegezeitgesetz gibt Dir Sicherheit und unterstützt Dich finanziell, damit Du Dich auf die Pflege konzentrieren kannst, ohne Existenzängste zu haben.
Wer zahlt mein Gehalt?
Während der Familienpflegezeit zahlst Du weiterhin Teilzeitlohn von Deinem Arbeitgeber. Dein Gehalt wird also anteilig weitergezahlt, je nachdem, wie viele Stunden Du arbeitest.
Damit Dein Einkommen ausgeglichen wird, kannst Du zusätzlich ein zinsloses Darlehen vom BAFzA beantragen. So wird Dein Verdienstausfall teilweise ausgeglichen – Du musst Dich nicht allein um die finanzielle Lücke sorgen.
Das Darlehen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ersetzt bis zu 50 % Deines Einkommensausfalls während der Pflegezeit.
Beispielrechnungen: Einkommen während der Familienpflegezeit
"Quelle: BAFzA / Berechnungsgrundlagen nach FPfZG."
So siehst Du auf einen Blick: Die Kombination aus Teilzeitlohn und Darlehen sorgt dafür, dass Du die Pflege stemmen kannst, ohne in finanzielle Not zu geraten.
Auswirkungen auf Sozialversicherung & Rente
Keine Sorge: Auch während der Familienpflegezeit bleibst Du sozialversichert. Dein Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsschutz bleibt bestehen.
- Die Beiträge richten sich anteilig nach Deinem reduzierten Einkommen.
- Die Zeit in der Familienpflegezeit zählt für Deine Rente, da die Hälfte des Einkommens über das BAFzA-Darlehen ebenfalls als Bemessungsgrundlage angerechnet wird.
Wenn Du Dich so wie Maria für die Familienpflegezeit entscheidest, ist das nicht nur eine große Verantwortung für Deine Angehörigen – es ist auch ein Schritt, der rechtlich abgesichert ist. Das Gesetz schützt Dich, gibt Dir Sicherheit und regelt gleichzeitig, welche Pflichten Du gegenüber Deinem Arbeitgeber hast. So kannst Du Dich voll auf die Pflege konzentrieren, ohne Dir Sorgen um Deinen Job machen zu müssen.
Kündigungsschutz
Die Ankündigungsfrist beträgt 8 Wochen. Der Kündigungsschutz greift jedoch bereits bis zu 12 Wochen vor dem geplanten Beginn. Er beginnt also mit der Mitteilung über die beabsichtigte Inanspruchnahme – spätestens jedoch 12 Wochen vor Beginn der Familienpflegezeit. Du kannst beruhigt planen und weißt, dass dein Arbeitsplatz bestehen bleibt, während Du für Deine Angehörigen da bist
Rückkehrrecht auf ursprüngliche Arbeitszeit
Nach Ende der Familienpflegezeit hast Du das Recht, wieder zu Deiner ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren. Das bedeutet: Du kannst sicher sein, dass Dein Arbeitsplatz und Deine bisherigen Arbeitszeiten erhalten bleiben – und Du nicht benachteiligt wirst, weil Du eine Zeit lang weniger gearbeitet hast.
Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber
Damit alles reibungslos läuft, gibt es auch ein paar Pflichten für Dich:
- Mitteilungspflicht: Du musst Deinem Arbeitgeber rechtzeitig ankündigen, dass Du Familienpflegezeit nehmen willst.
- Nachweis der Pflegebedürftigkeit: Du musst belegen, dass der Angehörige pflegebedürftig ist – z. B. mit MDK-Gutachten oder Pflegekassen-Bescheid.
Diese Pflichten sorgen dafür, dass die Vereinbarung klar und fair für Dich und Deinen Arbeitgeber ist – so gibt es keine Missverständnisse und alles bleibt transparent.
Tabelle
Manchmal ist die Pflege eines Angehörigen nicht „Standard“ – vielleicht bist Du Beamter, arbeitest in einem kleinen Betrieb oder pflegst ein minderjähriges Familienmitglied. Auch Veränderungen im Verlauf der Pflege sind möglich. In diesen Fällen gelten besondere Regelungen, damit Du weiterhin abgesichert bist und die Pflege verantwortungsvoll gestalten kannst.
Beamte & öffentlicher Dienst
Wenn Du im öffentlichen Dienst oder als Beamter tätig bist, gelten spezielle Regelungen für die Familienpflegezeit. Meist wird die Arbeitszeitreduzierung individuell vereinbart, oft gibt es zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten. Sprich frühzeitig mit Deiner Personalstelle, damit alles korrekt und rechtlich abgesichert geregelt ist.
Arbeitgeber mit weniger als 25 Beschäftigten
Wenn Dein Arbeitgeber weniger als 25 Mitarbeiter hat, hast Du keinen Anspruch auf die klassische Familienpflegezeit nach Gesetz. Das bedeutet nicht, dass Du alleine dastehst – viele Arbeitgeber zeigen sich kulant und können individuelle Lösungen wie flexible Arbeitszeiten oder unbezahlte Freistellungen anbieten. Hier lohnt sich das offene Gespräch.
Pflege von minderjährigen Angehörigen
Pflegst Du ein minderjähriges Kind oder einen Jugendlichen, gelten die Regeln grundsätzlich ähnlich – auch außerhalb des eigenen Zuhauses. Wichtig ist, dass der Pflegeaufwand nachweisbar ist und Du Deinen Arbeitgeber über die Situation informierst.
Mehrere Pflegende in einer Familie
In Familien, in denen mehrere Personen pflegen, könnt Ihr die Pflegezeit untereinander aufteilen. Das Gesetz erlaubt es, dass sich mehrere Angehörige die Pflegezeit aufteilen, solange die Gesamtzeit die gesetzlich zulässigen 24 Monate nicht überschreitet. So wird die Belastung fair verteilt.
Änderungen während der Pflegezeit
Manchmal ändert sich der Pflegebedarf schneller, als Du planst. Das Gesetz ermöglicht Verlängerungen oder Verkürzungen der Familienpflegezeit. Wichtig: Frühzeitig mit dem Arbeitgeber abstimmen und schriftlich festhalten. So bleibt alles transparent und Du kannst flexibel auf neue Situationen reagieren.
Tabelle Sonderfälle & Besonderheiten
Das Familienpflegezeitgesetz bietet Dir eine echte Chance, Beruf und Pflege besser miteinander zu verbinden. Mit klaren Regeln zu Anspruch, Dauer, Antrag und Finanzierung schützt es Dich vor Kündigung und entlastet Dich finanziell durch das zinslose Darlehen des BAFzA.
Bei uns gibt es keine Agentur, die zwischen euch steht. Du kannst dich direkt und transparent mit geprüften, qualifizierten Helfern verbinden. So siehst Du alle Konditionen offen ein, verhandelst fair und entscheidest selbst, wie die Betreuung abläuft – einfach, sicher und zuverlässig.
Pflege und Beruf zu vereinbaren, muss keine unlösbare Aufgabe sein. Mit dem Familienpflegezeitgesetz hast Du klare Rechte und Unterstützung – und noracares begleitet Dich zusätzlich auf diesem Weg mit:
- Stundenweise Unterstützung: Du findest bei uns gezielte Hilfe, wenn Du sie am dringendsten brauchst.
- Flexibel einsetzbar: Ob tagsüber, abends oder am Wochenende – die Unterstützung passt sich Deinem Alltag an.
- Entlastung im Alltag: Erledigungen, Haushalt oder Pflegeassistenz – so bleibt mehr Zeit für Deine Angehörigen.
- Sicherheit & Qualität: Alle unsere Pflegekräfte sind geprüft, zuverlässig und erfahren im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen.
- Einfache Vermittlung: Schnell und unkompliziert über noracares.at die passende Unterstützung finden.
Wir wissen: Die Pflege eines Angehörigen ist emotional und organisatorisch eine große Herausforderung. Deshalb ist es so wichtig, dass Du Deine Rechte kennst und weißt, wie Du Unterstützung bekommst. Prüfe jetzt Deine Voraussetzungen, bereite Deinen Antrag vor und nutze die Hilfen, die Dir zustehen – damit Du Dich auf das konzentrieren kannst, was wirklich zählt: Deine Familie.
Du kennst jetzt Deinen Pflegegrad und die Leistungen? Nutze noracares jetzt, um direkt die passende Stundenweise Unterstützung und flexible Betreuung zu finden, die Deine Pflegelücke schließt!
- BAFzA (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben): Die Bundesbehörde, bei der Du das zinslose Darlehen beantragst, um Deinen Verdienstausfall während der Pflegezeit abzufedern.
- Darlehen (zinslos): Eine finanzielle Unterstützung des Staates. Du erhältst monatliche Raten, um Dein reduziertes Gehalt aufzustocken. Nach Ende der Pflegephase zahlst Du diesen Betrag in Raten zurück.
- Delegation: Die Übertragung bestimmter Aufgaben. Im Kontext von noracares bedeutet es, dass Du Aufgaben der Alltagsbetreuung oder Pflegeassistenz an qualifizierte Helfer übergibst, um selbst Entlastung zu finden.
- Häusliche Umgebung: Der Ort, an dem die Pflege stattfinden muss, damit Du Anspruch auf Familienpflegezeit hast. Dies kann die Wohnung des Pflegebedürftigen oder Deine eigene sein.
- Kündigungsschutz: Ein besonderer Schutz Deines Arbeitsverhältnisses. Er beginnt, sobald Du die Familienpflegezeit ankündigst (frühestens 12 Wochen vor Beginn), und dauert bis zum Ende der Freistellung an.
- MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung): Die Instanz, die im Auftrag der Pflegekasse begutachtet, wie hoch der Pflegebedarf ist und welcher Pflegegrad vergeben wird.
- Nahe Angehörige: Ein gesetzlich definierter Personenkreis. Dazu zählen Ehepartner, Lebenspartner, Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, Kinder, Enkelkinder sowie Schwiegerkinder und Stiefelternteile.
- Pflegegrad (mind. 1): Die Voraussetzung für den Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit. Der Angehörige muss offiziell als pflegebedürftig eingestuft sein.
- Pflegeunterstützungsgeld: Eine Lohnersatzleistung für die kurzzeitige Arbeitsverhinderung (bis zu 10 Tage), wenn Du plötzlich eine Pflegesituation organisieren musst.
- PPR 2.0: Ein Instrument zur Personalbemessung in der professionellen Pflege. Für Dich als Angehöriger ist es ein Signal, dass auch im professionellen Bereich an einer besseren Zeitstruktur gearbeitet wird, genau wie das Familienpflegezeitgesetz Dir Zeitstruktur im Privaten ermöglicht.
- Verhinderungspflege: Wenn Du als Hauptpflegeperson wegen Urlaub oder Krankheit ausfällst, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für eine Ersatzpflege (z. B. durch noracares-Personal).