Reducing Care Costs in Austria: How to Ease Your Budget Without Compromising Quality
Pflege kann plötzlich Teil Deines Alltags werden – und mit ihr kommen oft Sorgen, Organisation und leider auch hohe Kosten. Vielleicht kümmerst Du Dich um Deine Mutter, Deinen Partner oder einen anderen Angehörigen und fragst Dich gerade: Wie sollen wir das alles finanzieren? Diese Frage stellen sich viele Familien in Österreich, denn Pflege bedeutet nicht nur Zeit und Verantwortung, sondern oft auch eine große finanzielle Belastung.
Die gute Nachricht ist: Du musst diese Kosten nicht alleine tragen. In Österreich gibt es mehrere Möglichkeiten, Pflegekosten deutlich zu senken – von Pflegegeld über staatliche Förderungen bis hin zu steuerlichen Vorteilen. Viele dieser Unterstützungen werden jedoch gar nicht genutzt, weil sie kompliziert wirken oder schlicht nicht bekannt sind. Genau hier setzen wir an.
In diesem Leitfaden zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Pflegekosten sparen kannst, ohne bei der Qualität der Betreuung Abstriche zu machen. Du erfährst, welche Förderungen Dir zustehen, wie Du Pflegegeld richtig beantragst, welche Kosten Du steuerlich absetzen kannst und welche typischen Fehler viele Angehörige unnötig Geld kosten. Außerdem bekommst Du praktische Beispiele aus dem Alltag, damit Du sofort erkennst, welche Lösungen zu Deiner Situation passen.
Wenn Du also wissen möchtest, wie Du Pflege für Deine Familie menschlich, würdevoll und gleichzeitig finanziell tragbar gestalten kannst, bist Du hier genau richtig. Lass uns gemeinsam anschauen, welche Möglichkeiten Dir offenstehen – und wie Du sie konkret nutzen kannst.
Bevor wir in die Details gehen, werfen wir einen Blick auf die "Landkarte der Ersparnisse". Stell Dir Dein Budget wie ein Fass vor: Manche Maßnahmen stopfen riesige Löcher am Boden, andere sorgen dafür, dass oben weniger herausspritzt.
Die folgende Tabelle zeigt Dir auf einen Blick, wo Du die größte Hebelwirkung erzielst und wie viel Energie Du investieren musst, um bares Geld zurückzuholen.
Pflegekosten sparen: Deine Spar-Strategie auf einen Blick
Die finanzielle Belastung durch Pflege wächst stetig. Das hat vor allem drei Gründe:
- Fachkräftemangel: Um qualifiziertes Personal zu halten, steigen die Löhne in der Pflegebranche aktuell überdurchschnittlich.
- Valorisierungslücke: Das Pflegegeld wurde für 2026 zwar angepasst, die tatsächlichen Betriebskosten für Heime und mobile Dienste (Energie, Lebensmittel, Logistik) stiegen in vielen Regionen jedoch stärker an.
- Systemkomplexität: Da Pflege in Österreich Ländersache ist, variieren die Kosten und Fördermodelle stark, was den Preisvergleich für Familien erschwert.
Kostenübersicht 2026: Ein ehrlicher Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die Bruttokosten (vor Abzug von Förderungen). Beachte, dass beim Pflegeheim oft nur ein Teil durch die Pension gedeckt ist und das Land den Rest übernimmt (Stichwort: Pflegeregress-Verbot, aber Zugriff auf das Einkommen).
*Diese Werte dienen lediglich zur Orientierung und können stark variieren und abweichen.
Selbstverständlich möchten wir in Bezug auf Pflege die richtigen monetären Entscheidungen treffen. In der Dienstleistung zu sparen ist ein schlechter Rat, gemäß des Spruches aus dem Volksmund: „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ In gut ausgebildetes Personal zu investieren ist eine wichtige und richtige Entscheidung. Schließlich geht es bei der Pflege um unsere Angehörigen, die zu unserer Familie gehören.
Zusätzliche Kosten entstehen trotz Pflegegeld, Sachleistungen und weiteren Ansprüchen. Als weitere nicht monetäre Belastung ist der Mangel an Zeit zu sehen, denn je höher der Grad der Pflege, desto zeitintensiver ist unser eigener zeitlicher Einsatz beim zu Pflegenden. Das bedeutet in der Praxis, dass wir nicht mehr Vollzeit arbeiten können, stattdessen eine Teilzeitstelle annehmen, vorübergehend ganz arbeitslos werden oder in die Notstandshilfe gehen.
Deswegen brauchen wir Beratung und klären auf, was Pflegebedürftigkeit anbelangt. Wenn eine Pflegesituation in der Familie eintritt, geschieht dies meist plötzlich, ohne dass wir uns darauf im Vorfeld bereits lange vorbereiten können.
Wir brauchen inhaltlich Hilfestellung – und hier ist das Pflege-ABC eine gute Quelle an Wissen – und organisatorische Unterstützung. Offizielle Unterstützung erhalten wir bei Pflegekassen, freien Wohlfahrtsträgern wie beispielsweise der Caritas oder den Maltesern, genauso wie bei Privatdienstleistern in der Pflegebranche. Es gibt im Internet, in den sozialen Netzwerken viele Gemeinschaften. Wir von noracares unterstützen dabei ebenfalls tatkräftig, wenn es um die Information von Angehörigen und um die Unterstützung von Pflegepersonal geht.
Die Bürokratie in der Pflege kann sich wie ein Irrgarten anfühlen. Doch wer den richtigen Faden in der Hand hält, findet sicher ans Ziel. Mit diesem 5-Schritte-Plan bringst Du Ordnung in die Finanzen und stellst sicher, dass kein Geld auf der Strecke bleibt.
Schritt 1: Pflegebedarf dokumentieren
Bevor Du Anträge stellst, musst Du wissen, womit Du es zu tun hast. In Österreich wird Pflegegeld nach dem zeitlichen Aufwand in Stunden bemessen.
- Warum das wichtig ist: Bei der Begutachtung durch den Arzt zählt nicht der „gute Tag“, sondern der reale Alltag.
- Dein Handeln: Führe über ein bis zwei Wochen ein einfaches Pflegetagebuch. Notiere, wie lange Hilfe beim Anziehen, Essen, der Körperpflege oder beim Gehen benötigt wird. Das ist Dein stärkstes Argument für die richtige Pflegestufe.
Schritt 2: Pflegegeld beantragen
Das Pflegegeld ist die Basis Deiner Finanzierung. Es ist keine Sozialhilfe, sondern eine Versicherungsleistung, die Dir zusteht.
- Wo einreichen? Den Antrag stellst Du beim zuständigen Versicherungsträger (meist die Pensionsversicherungsanstalt - PVA).
- Was Du brauchst: Den ausgefüllten Antrag (online verfügbar) und aktuelle ärztliche Befunde. Wichtig: Der Anspruch besteht ab dem Monat der Antragstellung – zögere also nicht!
Schritt 3: Förderungen prüfen
Neben dem Pflegegeld gibt es „versteckte“ Geldtöpfe, die oft ungenutzt bleiben.
- 24-Stunden-Betreuung: Wenn eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung nötig ist, kannst Du beim Sozialministeriumservice einen Zuschuss von bis zu 800 bzw. 1.600 Euro beantragen.
- Angehörigenbonus: Wenn Du einen nahen Angehörigen ab Pflegestufe 4 pflegst und selbst nur ein geringes Einkommen hast, steht Dir dieser Bonus (ca. 134 Euro/Monat) zusätzlich zu.
Schritt 4: Steuerliche Vorteile nutzen
Einmal im Jahr holst Du Dir Geld vom Finanzamt zurück. Pflegekosten gelten als außergewöhnliche Belastungen.
- Was absetzen? Alles, was Du selbst bezahlt hast (abzüglich des erhaltenen Pflegegelds): Heimkosten, Honorare für Betreuungskräfte, Medikamente oder der Umbau zur barrierefreien Dusche.
- Dein Vorteil: Diese Kosten senken Deine Steuerlast massiv, oft resultiert daraus eine stattliche Rückzahlung bei der Arbeitnehmerveranlagung.
Schritt 5: Pflegeorganisation optimieren
Gute Pflege ist ein Marathon, kein Sprint. Wer sich übernimmt, zahlt oft später drauf – gesundheitlich und finanziell.
- Der Mix macht’s: Kombiniere die Pflege durch die Familie mit professionellen Diensten oder einer 24-Stunden-Kraft.
- Effizienz: Nutze digitale Plattformen wie noracares, um direkt mit Pflegekräften in Kontakt zu treten. Durch den Verzicht auf teure Zwischenhändler bleibt mehr Geld für die eigentliche Betreuungszeit übrig. Das ist effiziente Pflege, die menschlich bleibt.
Zahlen können trocken sein – bis man sieht, wie sie das Leben einer echten Familie verändern. Hier zeigen wir Dir an drei typischen Situationen, wie die Kombination aus Pflegegeld, Förderung und kluger Organisation den Eigenanteil massiv senkt.
Beispiel 1: Hilfe durch mobile Pflege zu Hause
Frau Huber (78) lebt allein in ihrer gemütlichen Wohnung in Linz. Ihr Wille ist ungebrochen, doch das Aufstehen am Morgen und das Kochen fallen ihr zunehmend schwer. Sie möchte auf keinen Fall ins Heim, weshalb nun jeden Tag für eine Stunde ein mobiler Pflegedienst vorbeischaut. Die Pflegerin hilft ihr frisch in den Tag zu starten und greift ihr im Haushalt unter die Arme.
Die finanzielle Rettung: Dank der Pflegestufe 3 fängt das staatliche Pflegegeld den Löwenanteil der monatlichen Kosten ab, sodass Frau Huber in ihren eigenen vier Wänden alt werden kann, ohne ihre Ersparnisse aufzubrauchen.
Beispiel 2: Die Rund-um-die-Uhr-Lösung (24-Stunden-Betreuung)
Familie Wagner stand vor einer unsichtbaren Wand: Der Zustand des Vaters (Pflegestufe 4) verschlechterte sich rapide. Die schlaflosen Nächte zerrten an den Nerven der Familie. Ein Pflegeheim kam für den Vater nicht infrage – er wollte in seinem geliebten Sessel in Klagenfurt bleiben.
Die Rettung war der Wechsel von einer starren, teuren Agentur zur Direktorganisation über noracares. Die Familie fand innerhalb von 48 Stunden zwei liebevolle Betreuungskräfte.
Durch den Verzicht auf eine klassische Agentur spart Familie Wagner knapp 400 Euro jeden Monat – Geld, das eins zu eins in die Qualität der Betreuung fließt.
Neben den Alltagstipps solltest Du unbedingt die staatlichen Unterstützungen kennen – hier ein Überblick:
Pflegegeld – Deine finanzielle Grundsicherung bei Pflegebedarf
Pflegegeld wird unabhängig von Einkommen und Alter in sieben Stufen gewährt – je nachdem, wie viel Pflege Du brauchst. Die Höhe richtet sich nach dem monatlichen Pflegebedarf:
Quelle: pv.at/web/pflegegeld (Stand 2026)
Pflegehilfsmittel
Du musst Du die Kosten für Pflegehilfsmittel also nicht allein tragen.
Förderung für 24-Stunden-Betreuung
Wenn Du Pflegegeld ab Stufe 3 erhältst und Dein monatliches Einkommen unter 2.500 Euro liegt, kannst Du bis zu 800 bzw. 1.600 Euro pro Monat als Förderung zur 24-Stunden-Betreuung erhalten.
Pflegekarenzgeld & Angehörigenbonus
Das Pflegekarenzgeld unterstützt Angehörige, die Pflege übernehmen, für eine Dauer von maximal 12 Monaten. Die Höhe dieses entspricht in der Regel dem Arbeitslosengeld (55 Prozent des täglichen Nettoeinkommens), mindestens jedoch der Geringfügigkeitsgrenze (2026: 551,10 Euro pro Monat). Zusätzlich gibt es den Angehörigenbonus von 134,30 Euro monatlich ab Pflegegeldstufe 4, wenn das Einkommen niedrig ist.
Mehr Infos: Pflegekarenz & Angehörigenbonus im Überblick
Diese Leistungen helfen, finanzielle Belastungen zu senken und die Pflege zu Hause besser zu organisieren.
Neben direkten Förderungen gibt es auch steuerliche Entlastungen und gesetzliche Rechte, die Du unbedingt nutzen solltest:
Steuerlich absetzbare Pflegekosten
Wichtiger Hinweis: Alle Kosten müssen um erhaltene Förderungen (wie das Pflegegeld oder Zuschüsse zur 24-Stunden-Betreuung) gekürzt werden. Nur die tatsächlichen Eigenkosten werden vom Finanzamt berücksichtigt.
Pflege verändert nicht nur das Leben, sondern auch die Haushaltskasse. Damit Du nicht den Überblick verlierst, haben wir die Tipps in zwei Bereiche unterteilt: den direkten Hebel bei der Pflege und die Optimierung des restlichen Haushalts.
Spartipps speziell für Pflegekosten
Hier liegt Dein größtes Sparpotenzial, da es oft um dreistellige Beträge pro Monat geht.
- Pflegehilfsmittel konsequent nutzen: Viele wissen nicht, dass die Krankenkasse (z. B. ÖGK) Kosten für Inkontinenzprodukte, Desinfektionsmittel oder Pflegebetten übernimmt. Achte auf ärztliche Verordnungen – so sparst Du monatlich oft über 100 Euro an Apothekenkosten.
- Zuschuss zur 24-Stunden-Betreuung: Wenn Du zwei Betreuungskräfte beschäftigst, steht Dir (ab Pflegestufe 3) eine Förderung von bis zu 800 bzw. 1.600 Euro pro Monat zu. Viele Familien beantragen diesen Zuschuss zu spät und verschenken wertvolle Monate.
- Direktorganisation statt teurer Agentur: Vermittlungsagenturen verlangen oft hohe laufende Gebühren. Über Plattformen wie noracares findest Du selbstständig Personal und sparst Dir die monatliche Provision der Agenturen, was Dein Budget um mehrere hundert Euro pro Monat entlastet.
- Pflegekarenzgeld beanspruchen: Wenn Du Deine Arbeitszeit reduzierst, um zu pflegen, hast Du Anspruch auf Pflegekarenzgeld. Es ersetzt einen Teil des Entgelts und verhindert, dass Du in eine finanzielle Schieflage gerätst, während Du für Deine Angehörigen da bist.
Zusätzliche Spartipps für den Haushalt
Auch abseits der Pflege kannst Du mit wenig Aufwand Druck aus dem Kessel nehmen. Hier sind die drei effektivsten Tipps:
- Stromfresser bei Pflegegeräten eliminieren: Ein elektrisches Pflegebett, Sauerstoffkonzentratoren oder häufiges Waschen bei 60 °C treiben die Stromrechnung hoch. Vergleiche Deinen Stromanbieter jährlich – in Österreich lassen sich so oft 200 bis 400 Euro pro Jahr einsparen.
- Großpackungen & Lagerhaltung: Pflegebedarf wie Waschmittel oder Betteinlagen sind in Großpackungen deutlich günstiger. Nutze Angebote bei Discountern für Dinge, die nicht verderben, um den Einzelpreis pro Stück zu senken.
- Vorteile von Behindertenpässen nutzen: Ab einem Grad der Behinderung von 50 Prozent gibt es oft Ermäßigungen bei Rundfunkgebühren (ORF-Beitrag), öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Euro-Key für barrierefreie Anlagen.
Wir möchten ehrlich zu Dir sein: Auch wenn Österreich ein starkes Sozialnetz hat, ist Pflege selten ein „Nullsummenspiel“. Es gibt Hürden und versteckte Kostenfallen, die Du kennen solltest, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Pflegegeld deckt nicht alle Kosten
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass das Pflegegeld eine „Vollkaskoversicherung“ für die Pflege ist.
- Die Realität: Das Pflegegeld ist ein pauschalierter Beitrag zu den pflegebedingten Mehraufwendungen. Besonders in den niedrigen Stufen (1 bis 3) deckt es oft nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten für professionelle Dienste. Den Rest – den sogenannten Eigenanteil – musst Du aus der Pension oder privatem Ersparten finanzieren.
Häufige Fehler bei Förderungen
Viel Geld bleibt liegen, weil im Antragsdschungel kleine Fehler passieren:
- Die falsche Pflegestufe: Viele Angehörige unterschätzen den Bedarf beim Erstbesuch des Arztes (der „Vorführeffekt“). Das Ergebnis ist eine zu niedrige Einstufung. Tipp: Ein Widerspruch (Klage) gegen den Bescheid ist oft erfolgreich!
- Fehlende Unterlagen: Besonders bei der Förderung zur 24-Stunden-Betreuung führen lückenhafte Honorarnoten oder fehlende SVS-Nachweise zu monatelangen Verzögerungen.
- Fristen: Förderungen werden oft erst ab dem Monat der Antragstellung gezahlt – rückwirkend gibt es meist nichts. Wer wartet, verliert bares Geld.
Versteckte Kosten bei der Pflege zu Hause
Wenn ein Mensch zu Hause gepflegt wird, „frisst“ das Haus oft heimlich das Budget auf:
- Energiekosten: Ein Pflegebett, das ständig in Bewegung ist, zusätzliche Waschladungen bei 60 °C und eine höhere Raumtemperatur lassen die Strom- und Heizkosten steigen.
- Barrierefreiheit: Eine Rampe hier, ein Haltegriff dort – diese Kleinstinvestitionen summieren sich. Achte hier darauf, dass Du auch für Wohnraumadaptierung (z. B. über das Sozialministeriumservice) Förderungen beantragen kannst, bevor Du den Handwerker beauftragst.
- Pflegehilfsmittel: Nicht alles wird von der Kasse übernommen. Spezielle Hautpflege oder ergonomische Lagerungskissen müssen oft privat zugezahlt werden.
Sparen ist möglich, aber es erfordert Wachsamkeit. Wer seine Belege ordnet, Fristen einhält und den Pflegebedarf realistisch (nicht zu optimistisch!) darstellt, hat die besten Chancen, die finanzielle Belastung so gering wie möglich zu halten.
Finanzielle Ersparnisse sind wichtig, aber am Ende muss die Pflegeform vor allem eines: Zu Deinem Leben und den Bedürfnissen Deines Angehörigen passen. Hier ist ein kleiner Wegweiser, der Dir hilft, die richtige Abzweigung zu nehmen.
Wann Pflege zu Hause sinnvoll ist
Wenn Dein Angehöriger noch weitgehend mobil ist und nur bei bestimmten Aufgaben (wie Waschen oder Einkaufen) Unterstützung braucht, ist die mobile Pflege ideal. Sie bewahrt die maximale Selbstständigkeit und ist finanziell oft die günstigste Lösung, da Du nur die Stunden bezahlst, die wirklich anfallen.
Wann eine 24-Stunden-Betreuung sinnvoll sein kann
Wird die Betreuung zum Fulltime-Job und ist Dein Angehöriger ungern allein (z. B. bei beginnender Demenz oder Sturzgefahr), bietet die 24-Stunden-Betreuung die größte Sicherheit. Sie ist das „Rundum-sorglos-Paket“ im eigenen Zuhause. Finanziell lohnt sie sich besonders ab Pflegestufe 3, da hier die hohen Förderungen die Kosten massiv abfedern.
Wann ein Pflegeheim finanziell stabiler sein kann
Bei sehr schwerer Pflegebedürftigkeit, die eine medizinische Überwachung rund um die Uhr erfordert, ist das Pflegeheim oft die sicherste Wahl. Finanziell bietet es eine gewisse Planbarkeit: Da in Österreich das Vermögen der Angehörigen geschützt ist (Abschaffung des Pflegeregresses), werden die Kosten primär durch Pension und Pflegegeld gedeckt – den Rest übernimmt das Land.
Deine Optionen im direkten Vergleich
Gehe nicht nur nach den nackten Zahlen. Überlege Dir: „Wie viel Kraft habe ich als Angehöriger noch?“ Manchmal ist eine Kombination (z. B. mobile Pflege plus Tagesbetreuung) ein hervorragender Kompromiss, um Kosten zu sparen und trotzdem nicht auszubrennen.
Pflege zu organisieren und gleichzeitig die Kosten im Blick zu behalten, ist für viele Familien eine große Herausforderung. Vielleicht hast Du beim Lesen dieses Artikels gemerkt, dass es tatsächlich mehr Möglichkeiten gibt, Pflegekosten zu sparen, als man am Anfang denkt. Pflegegeld, Förderungen, steuerliche Vorteile oder praktische Veränderungen im Alltag können zusammen einen großen Unterschied machen – sowohl finanziell als auch emotional.
Das Wichtigste ist: Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Viele Angehörige stehen vor denselben Fragen und Unsicherheiten. Wenn Du Schritt für Schritt vorgehst, Dich informierst und die Unterstützungen nutzt, die Dir zustehen, kannst Du die finanzielle Belastung deutlich reduzieren. Schon kleine Entscheidungen – wie das Beantragen von Pflegegeld, das Nutzen von Förderungen oder das steuerliche Absetzen bestimmter Kosten – können langfristig viel Geld sparen.
Gleichzeitig zeigt die Realität: Pflegekosten lassen sich zwar senken, aber nicht vollständig vermeiden. Deshalb ist es wichtig, die Lösungen zu finden, die wirklich zu Deiner persönlichen Situation passen. Manchmal ist das eine Kombination aus Pflegegeld, Unterstützung durch Angehörige und mobiler Pflege. In anderen Fällen kann eine 24-Stunden-Betreuung oder professionelle Unterstützung die bessere und stabilere Lösung sein.
Nimm Dir deshalb Zeit, die Möglichkeiten aus diesem Leitfaden Schritt für Schritt zu prüfen. Je früher Du aktiv wirst, desto leichter kannst Du Pflege finanziell tragbar und gleichzeitig würdevoll für Deinen Angehörigen gestalten. Und genau darum geht es am Ende: eine Lösung zu finden, die sowohl Deinem Budget als auch den Bedürfnissen Deiner Familie gerecht wird.
Du suchst eine Pflegekraft, die Dir Zeit und Agenturkosten spart? Bei noracares bist Du genau richtig! Hol Dir Unterstützung, stell die richtigen Anträge – und mach Pflege wieder menschlich und machbar. Für Dich. Für Deine Liebsten.
- 24-Stunden-Betreuung: Eine Form der häuslichen Pflege, bei der Betreuungskräfte im Haushalt der pflegebedürftigen Person leben. Sie wird ab Pflegestufe 3 staatlich gefördert.
- Angehörigenbonus: Eine monatliche finanzielle Unterstützung (ca. 134,30 Euro) für Personen, die einen nahen Angehörigen ab Pflegestufe 4 zu Hause pflegen und selbst nur über ein geringes Einkommen verfügen.
- Außergewöhnliche Belastung: Ein steuerlicher Begriff für Ausgaben, die zwangsläufig erwachsen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen. Pflegekosten können hier beim Lohnsteuerausgleich geltend gemacht werden.
- Direktorganisation: Die eigenständige Suche und Beauftragung von Pflegekräften (z. B. über Plattformen wie noracares). Dies spart die laufenden Vermittlungs- und Servicegebühren klassischer Agenturen.
- Mobile Pflege / Mobile Dienste: Professionelle Unterstützung (z. B. Hauskrankenpflege, Heimhilfe), die stundenweise direkt zu den Pflegebedürftigen nach Hause kommt.
- ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse): Der größte Träger der gesetzlichen Krankenversicherung in Österreich, der unter anderem Kosten für ärztlich verordnete Pflegehilfsmittel übernimmt.
- Pflegegeld: Eine einkommensunabhängige Leistung, die in sieben Stufen (je nach Zeitaufwand) ausgezahlt wird, um pflegebedingte Mehraufwendungen pauschal abzudecken.
- Pflegehilfsmittel: Medizinische Geräte oder Verbrauchsmaterialien (z. B. Rollstühle, Pflegebetten, Inkontinenzprodukte), die die Pflege erleichtern oder Leiden lindern.
- Pflegekarenzgeld: Eine Ersatzleistung für das Entgelt während einer Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit, um Angehörigen die zeitweise Pflege ohne kompletten Gehaltsverlust zu ermöglichen.
- Pflegeregress (Abschaffung des): Die gesetzliche Regelung, dass seit 2018 in Österreich nicht mehr auf das private Vermögen von Pflegebedürftigen oder deren Angehörigen (Kinder/Ehepartner) zugegriffen werden darf, um Kosten für stationäre Pflege abzudecken.
- PVA (Pensionsversicherungsanstalt): In den meisten Fällen der zuständige Träger für die Beantragung und Auszahlung des Pflegegeldes in Österreich.
- SVS (Sozialversicherung der Selbständigen): Der Versicherungsträger, bei dem unter anderem selbstständige Personen und auch viele 24-Stunden-Betreuungskräfte pflichtversichert sind.
- Valorisierung: Die regelmäßige (meist jährliche) Anpassung von Sozialleistungen wie dem Pflegegeld an die aktuelle Inflation bzw. Kaufkraftentwicklung.