Meistere die Sprachbarriere: Dein Erfolgsschlüssel für Pflege im Ausland

Fremdes Land, fremde Sprache – was nun? Die Sprache ist ein Schlüsselfaktor für Qualität und Vertrauen in der Pflege. Doch was passiert, wenn Pflegekraft und Pflegebedürftige nicht dieselbe Sprache sprechen? Die Antwort: Missverständnisse, Unsicherheit und manchmal sogar gesundheitliche Risiken. Gerade für Pflegekräfte, die den Mut fassen, ihre Heimat zu verlassen und in einem neuen Land wie Österreich oder Deutschland beruflich Fuß zu fassen, stellt die Sprachbarriere oft die größte Hürde dar. Diese Barrieren betreffen nicht nur die Kommunikation mit den zu Pflegenden, sondern auch mit Ärzt:innen, Kolleg:innen und Angehörigen.

Diverse Gruppe junger Erwachsener, die verschiedene Nationalflaggen halten.

 

Dieser Artikel zeigt Dir, wie Du Sprachbarrieren in der Pflegepraxis überwinden kannst – mit echten Beispielen, praxistauglichen Tipps, Tools und gezielter Sprachförderung. Du wirst sehen: Mit noracares an Deiner Seite findest Du nicht nur den passenden Job, sondern auch die Unterstützung, die Du für eine erfolgreiche Verständigung brauchst. Denn bei noracares verbinden wir Pflegekräfte direkt mit Familien, sodass eine offene und ehrliche Kommunikation von Anfang an möglich ist.

 

 

Die Macht der Sprache in der Pflege: Mehr als nur Worte

Sprache ermöglicht uns so vieles. Sie ist das Tor zu Verständnis, Vertrauen und zwischenmenschlicher Nähe. In der Pflege ist sie ein mächtiges Instrument, das, wenn richtig genutzt, Großes bewirken kann. Doch was, wenn wir in der Sprache und im Verständnis an unsere Grenzen stoßen? Welche Auswirkungen hat das für uns und unser Leben, und vor allem – wie können wir alles zum Besseren wenden, unser Verständnis einer Fremdsprache steigern und so unsere Berufs- und Verdienstmöglichkeiten deutlich verbessern?

Sprachbarrieren in der Pflege sind keine Ausnahme mehr – sie gehören längst zum Alltag. Besonders für Pflegekräfte aus dem Ausland bedeutet das: hoher Druck, Unsicherheit und manchmal das Gefühl, nicht genug zu sein. Dabei steht am Anfang oft nur ein Traum: Menschen helfen, für andere da sein – ganz gleich in welchem Land.

Doch Sprache ist mehr als Grammatik und Vokabeln. Sie ist der Schlüssel zu Vertrauen, Würde und Verbindung. Und genau deshalb ist es so wichtig, Wege zu finden, diese Barrieren zu überwinden – gemeinsam.

Sprachbarrieren im Pflegealltag: Wo sie besonders kritisch sind

Sprachliche Missverständnisse können in der Pflege gravierende Folgen haben. Hier sind die Bereiche, in denen sie besonders kritisch sind:

 

Mögliche Folgen bei Sprachproblemen in der Pflege

Bereich Mögliche Folgen bei Sprachproblemen
1. Anamnese und Symptombeschreibung Symptome werden falsch verstanden oder gar nicht erkannt, was zu Fehlbehandlungen führen kann. Insbesondere in Notfallsituationen ist dies riskant.
2. Medikamentengabe und Behandlung Falsche Dosierungen, unklare Anweisungen oder fehlendes Verständnis für die Wirkung können lebensgefährlich sein. Sprachliche Genauigkeit ist hier essenziell.
3. Kommunikation mit Angehörigen Ohne gemeinsame Sprache kommt es oft zu Missverständnissen und Informationsverlusten. Das Vertrauen leidet, und es entstehen Unsicherheiten auf allen Seiten.
4. Emotionale Pflege und soziale Bindung Pflege ist mehr als nur Versorgung. Ohne Gespräche, Wärme und Verständnis kann sich der zu Pflegende isoliert fühlen. Die Menschlichkeit der Pflege leidet.
5. Dokumentation Eine unzureichende Sprachkenntnis kann zu fehlerhafter oder unvollständiger Dokumentation führen, was wiederum die Kontinuität der Pflege gefährdet.

 

Echte Erfahrung: Livia zwischen Sprachbarriere und Berufung

Person schreibt motivierende Zitate auf eine Tafel.

 

Schon seit ihrer Kindheit war es Livias Traum, genau wie ihre Cousine, in Österreich zu arbeiten. Sie wuchs in einem kleinen Dorf in Rumänien mit zwei jüngeren Brüdern auf. In dieser Familienstruktur war es ganz klar, dass sie die Betreuung des bettlägerigen Großvaters übernahm. Diese Aufgabe erfüllte sie auch mit Liebe und Hingabe. Dementsprechend entschloss sich Livia schon sehr bald dazu, einen Beruf im Pflegebereich ausüben zu wollen.

So begann sie im Alter von 17 Jahren mit der Ausbildung zur Krankenpflegerin. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie in einem Altenheim in Rumänien und suchte nebenbei nach einer Pflegestelle in Österreich. Mit 25 Jahren bekam Livia erstmals die Chance, eine alte Dame in Wien zu pflegen. Nur 1 Woche später verabschiedete sie sich von ihrer Familie und Freunden und trat voller Vorfreude den Weg nach Österreich an.

In Wien angekommen musste sie feststellen, dass ihre Deutschkenntnisse doch nicht so gut waren, wie sie gedacht hatte. Die alte Dame war zwar sehr nett, doch die Verständigung zwischen den beiden gestaltete sich schwierig. Livia war verzweifelt! Wie sollte sie nur ihren Job gut und erfolgreich ausüben, wenn niemand sie verstand und auch sie bei jedem zweiten Wort an ihre Grenzen stieß?

Der Bedarf an Pflegekräften aus dem Ausland wächst ständig. Der Großteil der bereits in Österreich beschäftigten stammt aus Ländern wie Rumänien, Slowenien, der Slowakei und Polen. Die größte Hürde, die es hier für alle Betroffenen zu überwinden gilt, ist die Sprachbarriere. Nicht die gleiche Sprache zu sprechen ist sowohl für Pfleger:innen als auch für Pflegebedürftige oftmals ein großes Hindernis.

Bessere Sprachkenntnisse: Warum sie so wichtig sind

Teammitglieder arbeiten zusammen mit Haftnotizen an einer Wand.

 

Auch wenn Livia in Mathematik eine gute Schülerin war, hat sie sich in Englisch oder Deutsch noch nie leichtgetan. Um ihre Sprach-Prüfungen zu bestehen, musste sie immer mehr als ihre Mitschüler:innen lernen. In Wien fühlte sie sich durch ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache sehr einsam. Die langen Gespräche, die sie von der Pflege ihres Großvaters kannte, waren aufgrund der Verständigungsschwierigkeiten mit der älteren Dame nicht möglich. Da war Livia schon froh, wenn sie es schafften, sich gegenseitig die wichtigsten, grundlegenden Sachen klarzumachen. Auch die Kommunikation mit der Familie der älteren Dame gestaltete sich zunehmend schwieriger. Obwohl die Angehörigen bislang viel Geduld und Entgegenkommen bewiesen hatten, bemerkte Livia dennoch den wachsenden Unmut ihrer eigentlichen Auftraggeber:innen.

So wie Livia die eigenen Sprachkenntnisse falsch eingeschätzt hatte, ist auch die Familie von falschen Vorstellungen ausgegangen. Einstufungen der Sprachkenntnisse in A1 oder B1 sind in der Pflege viel zu ungenaue Parameter. Erfahrung und ein großer, pflegerelevanter Wortschatz sind die Grundpfeiler, die hier zum Tragen kommen. Nur so kann einerseits ein gut funktionierender Informationsaustausch mit den Angehörigen und dem verantwortlichen Arzt / der verantwortlichen Ärztin sichergestellt und andererseits eine rege Kommunikation zwischen dem Pflegepersonal und dem zu Pflegenden gewährleistet werden. Nachdem der/die Pfleger:in meistens die wichtigste Bezugsperson des zu Pflegenden ist, ist dieser soziale Kontakt für den zu Pflegenden immens wichtig, um einer Vereinsamung oder sozialer Abgeschiedenheit vorzubeugen.

Aber nicht nur für den zu Pflegenden und dessen Angehörigen hat die Sprachkenntnis des Pflegepersonals sehr direkte, wichtige Auswirkungen. Auch für das Pflegepersonal selbst verändert eine bessere Sprachkenntnis vieles. Hier sind vor allem zwei Aspekte hervorzuheben:

  1. Bessere Verdienstmöglichkeiten: Ganz pragmatisch ergeben sich dadurch erstens bessere Verdienstmöglichkeiten. Auch die Familie der älteren Dame hat bereits beschlossen, in Zukunft nicht mehr so sehr auf die Kosten, sondern mehr auf die sprachliche Eignung des Pflegepersonals zu achten. Ebenso hat Livia ihre Dienste diesmal eher günstig angeboten. Denn sie weiß: Jeder Tag, jede Erfahrung, jedes gelernte Wort ist in Zukunft bares Geld für sie wert.
  2. Aufbau eines privaten Netzwerks: Zweitens eröffnen sich dadurch für sie bessere Chancen, sich am neuen Dienstort ein funktionierendes privates Netzwerk und Umfeld aufzubauen. Die geringe Freizeit, die man im Zuge der 24-Stunden-Pflege hat, möglichst entspannt mit Gleichgesinnten zu verbringen, lässt einen die Probleme des Alltags kurzzeitig vergessen und lädt die Akkus wieder auf.

 

Konkrete Lösungen: So überwindest Du Sprachbarrieren in der Pflege

Person hält ein Smartphone mit sichtbarem Mobile-App-Bildschirm.

 

Livia war sehr froh, ihren Job gefunden zu haben. Dementsprechend suchte sie nach Möglichkeiten, ihre Deutschkenntnisse schnell und effektiv zu verbessern. Bei ihrer Recherche stieß sie auf ein Sprach-Café, in dem Deutschkurse angeboten wurden. Sie war sehr aufgeregt, als sie das erste Mal das Treffen in dem Sprach-Café besuchte. Ihr gefiel es dort sehr gut, weshalb sie beschloss, nun regelmäßig die Sprachnachmittage zu besuchen. Ihre Deutschkenntnisse verbesserten sich zusehends und es gelang ihr auch, neue Freund:innen aus anderen Ländern zu gewinnen.

Nach 3 Monaten verstand sie ihre Patientin besser, konnte mit der Familie kommunizieren – und gewann an Sicherheit. Ihre Geschichte steht für viele.

Eine neue Sprache zu lernen ist immer eine große Herausforderung. Es ist bewiesen, dass es Kindern um vieles leichter fällt, sich eine Fremdsprache anzueignen, als Erwachsenen. In den äußerst aufnahmefähigen Gehirnen der Kinder entstehen die notwendigen Synapsen, die Voraussetzung sind, um eine neue oder zusätzliche Sprache zu lernen, weitaus schneller. Die Herausforderung wird noch durch die für das Lernen benötigte Zeit vergrößert. Das Sprachniveau wird in eine Reihenfolge von Buchstaben und Zahlen eingeteilt. Lernt man eine Sprache neu, wird man anfangs unter A1 eingestuft. Mit zunehmenden Sprachkenntnissen steigt man entlang der Sprachniveaus A1, A2, B1, B2 und C1 auf. Wer die Stufe C2 erreicht hat, spricht die Sprache auf Muttersprachenniveau.

Es gibt Personen mit besseren und es gibt Personen mit schlechteren kognitiven Voraussetzungen für das Lernen neuer Sprachen. Dies bedeutet aber keinesfalls, dass Menschen, die keine guten Voraussetzungen haben, Fremdsprachen nicht erlernen können. Jeder Mensch hat andere Talente und so gibt es einige, die leichter lernen, und andere, die mehr Zeit dafür investieren müssen. Hierbei gilt: Nur Übung macht den Meister. Um den Lernprozess möglichst schnell und effizient zu halten, ist es besonders hilfreich, sich selbst in eine der vier bekannten Lerntypen einzuordnen.

Welcher Lerntyp bin ich?

Wie bereits erwähnt unterscheiden wir vier Lerntypen: der visuelle Typ, der auditive Typ, der haptische Typ und der kommunikative Typ. Durch die Einstufung in den richtigen Lerntyp kann man das eigene Lernverhalten optimieren und so deutlich schneller und effizienter lernen.

Lerntypen und effektive Lernmethoden

Um eine neue Sprache schnell und effizient zu lernen, ist es hilfreich, Deinen eigenen Lerntyp zu kennen. So kannst Du Deine Lernstrategie optimal anpassen. Hier ist eine Übersicht der vier Haupt-Lerntypen und der dazu passenden effektiven Methoden:

 

Lerntypen & effektive Methoden

Lerntyp Effektive Methode
Visueller Typ Lernt am besten durch Lesen oder Ansehen von Bildern, Grafiken und farbigen Markierungen in Büchern. Visuelle Inhalte bleiben am leichtesten hängen.
Auditiver Typ Lernt am besten, wenn der Lernstoff mündlich überliefert wird. CDs, lautes Vorlesen oder das Erfinden von Liedern sind hier hilfreich.
Haptischer Typ Merkt sich den Lernstoff am einfachsten durch eigenes Erarbeiten, Ausprobieren und Durchführen. Gruppenaktivitäten oder Rollenspiele sind hier von Vorteil.
Kommunikativer Typ Nimmt Lerninhalte am besten durch Gespräche, Diskussionen und Zwiegespräche auf. Erklärt oft anderen den Lernstoff, um ihn selbst besser zu verinnerlichen.

 

Welche Möglichkeiten zum Lernen von Sprachen gibt es?

Eines steht fest: Sprachen kann man am besten durch Sprechen lernen. Am besten mit Leuten, die sie als Muttersprache haben, oder mit Menschen, die fließend sprechen. Am Anfang ist es oft schwierig, sich in einer neuen Sprache zu verständigen, weshalb man sich zusätzlich zu allen anderen Bemühungen auch noch Bücher besorgen sollte, in denen die Vokabeln und die Grammatik dieser Sprache erklärt werden. Denn auch das Erfassen eines Schriftbildes und die Rechtschreibung sind wichtige Meilensteine beim gezielten Erlernen einer Fremdsprache.

 

Effektive Methoden und Tools zum Sprachenlernen

Eine neue Sprache zu lernen erfordert Engagement, aber die richtigen Werkzeuge und Methoden können den Prozess erheblich erleichtern. Hier findest Du eine Übersicht über bewährte Ansätze, die Dir dabei helfen, Deine Deutschkenntnisse für den Pflegealltag zu verbessern:

Sprachlernmethoden & Tools für Pflegekräfte

Methode / Tool Nutzen & Beschreibung
Online Sprach-Apps Ideal für den Anfang: Apps wie Babbel oder Duolingo vermitteln ein Gefühl für die Sprache, erste Vokabeln und kurze Sätze. Sprechübungen helfen bei der Aussprache. Spezielle Apps wie „Pflege-Deutsch“ oder „CareTranslate“ sind auf den Pflegealltag zugeschnitten.
Sprachkurse (z.B. WIFI, BFI, Goethe-Institut) Qualitativ hochwertige Kurse, die strukturiert und umfassend den Spracherwerb fördern. WIFI und BFI bieten in Österreich flächendeckend Deutschkurse an. In Deutschland ist das Goethe-Institut eine anerkannte Adresse – oft mit Modulen für Pflegekräfte. Vermittelt auch kulturelle Besonderheiten für die Pflegekommunikation.
Pflegebezogener Wortschatz Führe ein Vokabel-Tagebuch mit Begriffen aus Deinem Pflegealltag. Nutze Karten mit Bildern und Begriffen aus dem „Pflegedolmetscher“ oder Projekten wie „Sprechende Bilder“ (BFH-Projekt). Ideal für den gezielten Sprachgebrauch.
Filme & Serien mit Untertiteln Verbessere Aussprache, Sprachmelodie und -tempo. Nutze Untertitel in Originalsprache zur besseren Rechtschreibverinnerlichung. Am besten Inhalte wählen, die Dich interessieren – das motiviert.
Lieblingsbücher in Übersetzung Lies Bücher, die Du bereits kennst, auf Deutsch. Du verstehst den Inhalt trotz Sprachbarrieren – und lernst neue Wörter angenehm und effektiv.
Podcasts Perfekt für unterwegs oder bei der Hausarbeit. Höre Podcasts in einfacher Sprache, um nebenbei Wortschatz und Redewendungen zu lernen und zu festigen.
Nachrichten & Zeitungen Für Fortgeschrittene: Lies oder höre Nachrichten auf Deutsch (z. B. YouTube, Webseiten, Zeitungen). Du verbesserst Deine Sprache und bleibst gleichzeitig informiert.
Klassische Lernbücher Bieten strukturiertes Lernen, erklären Grammatik und Regeln. Viele Bücher enthalten CDs oder Audio-Downloads – ideal für verschiedene Lerntypen.

 

Welche dieser Methoden passt am besten zu Deinem Lernstil? Indem Du verschiedene Ansätze kombinierst, kannst Du Deinen Lernprozess optimieren und schneller Fortschritte erzielen.

Kommunikation trotz Sprachbarriere: Tipps für den Alltag

Bunte Holzklötze mit dem Wort ‚TIPS‘ auf einer Holzoberfläche – symbolisieren Ratschläge oder hilfreiche Hinweise.

 

Auch wenn Du noch nicht perfekt Deutsch sprichst, gibt es viele Wege, Missverständnisse zu vermeiden und eine gute Kommunikation aufzubauen:

  • Sprich langsam und deutlich: Eine klare Aussprache und einfache Satzstrukturen helfen enorm.
  • Verwende Gestik und Mimik: Nonverbale Kommunikation ist ein mächtiges Werkzeug, um das Gesagte zu unterstützen.
  • Wiederhole wichtige Aussagen: Wenn Du unsicher bist, ob etwas verstanden wurde, wiederhole es in anderen Worten oder frage nach.
  • Bitte um Feedback: Frage direkt: "Haben Sie das verstanden?" oder "Kann ich Ihnen das noch einmal erklären?".
  • Nutze visuelle Hilfsmittel: Bilderkarten, Pflege-Vokabelkarten oder einfache Zeichnungen können sehr hilfreich sein, um Begriffe zu erklären.
  • Baue Vertrauen auf: Zeige Empathie und Geduld. Eine einfühlsame Pflegekraft erkennt Bedürfnisse oft auch durch Beobachtung und Reaktionen, selbst wenn die Worte fehlen.

Arbeitgeber & Einrichtungen: Ihre Rolle bei der Sprachförderung

Auch Arbeitgeber und Pflegeeinrichtungen tragen eine wichtige Verantwortung, um Sprachbarrieren abzubauen und die Integration von Pflegekräften aus dem Ausland zu fördern:

  • Biete Schulungen zur interkulturellen Kommunikation an: Das hilft nicht nur den ausländischen, sondern auch den deutschsprachigen Kolleg:innen, besser miteinander umzugehen.
  • Stelle Dolmetscher oder digitale Tools zur Verfügung: Für besonders kritische Situationen oder Aufklärungsgespräche können professionelle Übersetzer oder spezielle Apps eine Brücke bauen.
  • Unterstütze bei Kursanmeldungen und Zertifizierungen: Finanzielle oder organisatorische Unterstützung beim Besuch von Sprachkursen ist eine Investition in die Qualität der Pflege und die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen.
  • Schaffe eine offene Unternehmenskultur: Fördere den Austausch und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Bei noracares legen wir großen Wert darauf, ein Gefühl von Familie und Zugehörigkeit unter unseren Kund:innen und Teammitgliedern zu fördern. Unsere Unternehmenssprache spiegelt Wärme, Inklusivität und Nahbarkeit wider und sorgt gleichzeitig für Konsistenz in all unseren Kommunikationskanälen.

 

Externe Hilfen & Ressourcen: Dein Weg zu besseren Deutschkenntnissen

Apfel auf gestapelten Büchern mit Bleistiften und Bausteinen auf einem Schreibtisch.

 

Es gibt zahlreiche vertrauenswürdige Anlaufstellen und Ressourcen, die Dich auf Deinem Weg zu besseren Deutschkenntnissen im Pflegebereich unterstützen können. Ob Du in Österreich oder Deutschland tätig bist, diese Angebote helfen Dir, Dich sicher und kompetent zu verständigen.

Für Informationen zur Antidiskriminierung im Gesundheits- und Pflegebereich bietet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wichtige Hinweise. Speziell für Pflegekräfte in Österreich ist das Sprachportal Österreich – Deutsch für Pflegekräfte eine wertvolle Quelle, die auf die sprachlichen Bedürfnisse im Pflegealltag zugeschnitten ist. Innovative visuelle Kommunikationshilfen findest Du beim Berner Fachhochschule – Sprechende Bilder Projekt, die Dir helfen können, Dich auch ohne viele Worte verständlich zu machen. Für tiefergehende wissenschaftliche Einblicke in Pflege und Kommunikation bieten die ZHAW – Pflege & Kommunikation Studien interessante Erkenntnisse.

Wenn Du strukturierte Sprachkurse suchst, sind das WIFI Österreich – Sprachkurse in Österreich eine ausgezeichnete Wahl. In Deutschland ist das renommierte Goethe-Institut bekannt für seine qualitativ hochwertigen Deutschkurse, die oft auch spezielle Module für Gesundheitsberufe umfassen. Die KERN AG bietet ebenfalls Sprachkurse an, die auf die Bedürfnisse von Pflegekräften zugeschnitten sind und Dich auf relevante Sprachzertifikate (telc) vorbereiten können.

Nutze diese Ressourcen, um Dein Deutsch gezielt zu verbessern und Dich im Pflegealltag noch sicherer zu fühlen!

 

Grafik von Krankenschwester Nora mit einem Stethoskop um den Hals und dem Text 'Noras Fazit' auf einem grünen Banner. Abschlussbemerkung oder Zusammenfassung im Gesundheitsbereich.

 

Pflege braucht keine perfekte Sprache, sondern Herz! Seine Heimat zu verlassen und ganz neu anzufangen ist nie einfach. Verstärkend kommen meist noch eine andere Kultur und eine Sprache, die man nur unzureichend versteht, dazu. Pflegekräfte aus dem Ausland leisten unbestritten viel. All ihre Leistungen müssen sie unter dem Druck erbringen, sich allein in einem neuen Land, in einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Wie Livia lassen sie ihre Familie und Freunde zurück und ziehen in ein neues Land. Doch es gibt viele Möglichkeiten, eine neue Sprache zu erlernen. Am wichtigsten ist es, die passende Lernmethode zu finden. Natürlich muss man sich dann auch noch regelmäßig mit dem Lernstoff auseinandersetzen.

Dennoch – eine Sprache lernt man am besten, indem man sie spricht, egal ob anfangs allein oder mit anderen Personen. Auch wenn zu Beginn die (Aus-)Sprache unverständlich ist – nicht aufgeben! Mit regelmäßiger Übung spricht man die Sprache schneller, als man denkt.

Sprachbarrieren sind real – aber sie lassen sich überwinden. Mit Geduld, Übung, digitalen Tools und der richtigen Haltung kannst Du auch ohne perfekte Deutschkenntnisse eine gute, vertrauensvolle Pflege leisten. Denn am Ende geht es nicht nur um Worte – sondern um Verständnis und das Herz, das Du in Deine Arbeit legst. Bleib dran. Du bist nicht allein. Und Du schaffst das.

 

 

Ein türkisfarbener Banner mit weißem Text, der 'Noras Häufig gestellte Fragen' lautet. Auf der rechten Seite befindet sich eine illustrierte Avatarfigur einer Krankenschwester mit blonden Haaren, die eine türkise Krankenschwester-Mütze mit einem weißen Kreuz, einen weißen Kragen und ein Stethoskop um den Hals trägt
Sprachbarrieren erschweren die Kommunikation zwischen Pflegekraft und Pflegebedürftigen, was zu Missverständnissen, Fehlern bei der Medikamentengabe und einem geringeren Vertrauensverhältnis führen kann. Dadurch sinkt die Pflegequalität spürbar, insbesondere bei komplexen Bedürfnissen oder Notfällen.
Pflegekräfte können Sprachbarrieren überwinden, indem sie gezielt Deutsch lernen, nonverbale Kommunikation nutzen, auf visuelle Hilfsmittel wie Bilderkarten zurückgreifen und Übersetzungs-Apps einsetzen. Auch Geduld, Empathie und der Aufbau eines persönlichen Vertrauensverhältnisses sind entscheidend.
Sprachbarrieren führen in der Pflege zu fehlerhaften Einschätzungen, fehlender Aufklärung, Kommunikationsproblemen mit Angehörigen und sozialer Isolation der Pflegebedürftigen. Sie können außerdem die Zusammenarbeit im Pflegeteam erschweren und Stress für alle Beteiligten verursachen.
Hilfreiche Kommunikationsmittel sind:

– Übersetzungs-Apps (z. B. Google Translate, CareTranslate)
– Bildertafeln und Pflege-Vokabelkarten
– Sprachkurse mit Pflegefokus (z.B. am WIFI oder Goethe-Institut)
– Nonverbale Signale wie Gestik und Mimik

Diese Tools erleichtern die Verständigung im Pflegealltag erheblich.
Empathie hilft, Sprachbarrieren zu überbrücken, indem sie Vertrauen schafft und Verständnis signalisiert – auch ohne perfekte Sprachkenntnisse. Eine einfühlsame Pflegekraft erkennt Bedürfnisse durch Beobachtung und Reaktionen und kann so trotz Sprachproblemen Nähe und Sicherheit vermitteln.

 

Grafisches Logo von Noras Wissenschatz, einer Sammlung von Informationen für Pflegekräfte. Ideal zur Darstellung von Pflegewissen und Ratschlägen.
  • A1, A2, B1, B2, C1, C2: Dies sind die sechs Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). Sie beschreiben die Sprachkenntnisse von Anfängern (A1) bis zu muttersprachlichem Niveau (C2).
  • Anamnese: Die gezielte Befragung eines Patienten durch medizinisches Personal zur Erfassung der Krankengeschichte, aktuellen Beschwerden und anderer relevanter Informationen für die Diagnose und Behandlung.
  • Auditiver Lerntyp: Ein Lerntyp, der Informationen am besten durch Hören aufnimmt und verarbeitet, z.B. durch Vorlesen, Sprachaufnahmen oder Diskussionen.
  • BFH-Projekt "Sprechende Bilder": Ein Projekt der Berner Fachhochschule, das visuelle Kommunikationshilfen entwickelt, um Sprachbarrieren im Gesundheitswesen zu überbrücken.
  • CareTranslate: Eine spezielle Übersetzungs-App, die auf die Bedürfnisse und den Wortschatz im Pflege- und Gesundheitsbereich zugeschnitten ist.
  • Goethe-Institut: Eine weltweit tätige Kultureinrichtung der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung der deutschen Sprache im Ausland und des internationalen Kulturaustauschs. Bietet Sprachkurse und Prüfungen an.
  • Haptischer Lerntyp: Ein Lerntyp, der durch Anfassen, Ausprobieren und aktives Handeln am besten lernt. Praktische Übungen und Rollenspiele sind für diesen Typ ideal.
  • Kommunikativer Lerntyp: Ein Lerntyp, der am besten durch Gespräche, Diskussionen und den Austausch mit anderen lernt. Erklären und Argumentieren hilft ihm, das Gelernte zu verinnerlichen.
  • Pflegedolmetscher: Ein Begriff, der sich auf Hilfsmittel (z.B. Bücher oder Apps mit Bildkarten und Vokabeln) bezieht, die die Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Patienten mit Sprachbarrieren erleichtern.
  • Synapsen: Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, die für die Übertragung von Informationen im Gehirn verantwortlich sind. Beim Lernen werden neue Synapsen gebildet und bestehende verstärkt.
  • WIFI: Abkürzung für Wirtschaftsförderungsinstitut. Die Wirtschaftskammern in Österreich bieten unter dieser Marke ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungskursen an, darunter auch Sprachkurse.
  • ZHAW: Abkürzung für Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie führt Studien und Forschung im Bereich Gesundheit, darunter auch zur Kommunikation in der Pflege, durch.