Pflege ABC – C wie Cholesterin
Aktualisierter Fachbeitrag | Stand: Februar 2026
Cholesterin ist ein Begriff, der oft Sorgen bereitet – besonders im Alter. Plötzlich steigen Werte, die früher unproblematisch waren, und es tauchen viele Fragen auf: Welche Werte sind noch normal? Wann ist ein Medikament nötig? Und wie stark gefährdet ein hoher Cholesterinspiegel im Alter wirklich die Gesundheit?
Cholesterin im Alter ist ein Thema, das viele Menschen und ihre Angehörigen verunsichert. Peter, 74, liebte seine Morgenspaziergänge – bis er plötzlich einen Herzinfarkt erlitt, ausgelöst durch jahrelang erhöhte Cholesterinwerte. Plötzlich wird klar: Werte, die früher unauffällig waren, können im Alter ernsthafte Folgen haben. Besonders Frauen nach den Wechseljahren sind häufiger betroffen. Gleichzeitig kursieren widersprüchliche Informationen: Soll man Cholesterinsenker ab 70 überhaupt noch nehmen? Welche Werte sind wirklich kritisch?
Wenn Du Dir diese Fragen stellst, bist Du nicht allein. Viele Seniorinnen und Senioren – und ihre Familien – suchen nach klaren, verständlichen Antworten. In diesem Beitrag findest Du nicht nur medizinische Grundlagen und aktuelle Studien, sondern vor allem praxisnahe Tipps, altersgerechte Normwerte und konkrete Empfehlungen, wie Du im Alltag mit erhöhtem Cholesterin umgehen kannst. So behältst Du Deine Gesundheit im Blick – ohne Angst, aber mit Wissen und Sicherheit.
Für viele ist Cholesterin mit der Vorstellung von fettigen Ablagerungen in den Arterien verbunden. Doch im Alter erhält dieser Begriff eine neue Bedeutung. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von natürlichen Veränderungen im Körper bis hin zu äußeren Einflüssen. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Faktoren, die den Cholesterinspiegel im höheren Lebensalter beeinflussen.
Überblick: Cholesterin und Stoffwechsel im Alter
Stoffwechselveränderungen im Alter: Der Körper wird langsamer
Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel. Der Körper benötigt weniger Energie, und die Fähigkeit, Nahrungsfette effizient zu verarbeiten, nimmt ab. Dies führt dazu, dass überschüssiges Cholesterin nicht mehr so schnell abgebaut wird und sich im Blut ansammeln kann. Besonders das LDL-Cholesterin, oft als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet, steigt an und kann sich in den Arterienwänden ablagern, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
Hormonelle Veränderungen: Wechseljahre und ihre Auswirkungen
Bei Frauen spielen die Wechseljahre eine entscheidende Rolle. Der Rückgang des Östrogenspiegels führt zu einem Anstieg des LDL-Cholesterins und einem Rückgang des schützenden HDL-Cholesterins. Diese hormonellen Veränderungen erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Studien zeigen, dass die Menopause mit einem Anstieg von Triglyceriden und LDL-Cholesterin in Verbindung gebracht wird.
Begleiterkrankungen und Risikofaktoren: Ein Zusammenspiel von Faktoren
Im Alter treten häufig Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes auf, die den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen können. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Gefäßwände schädigen und die Ablagerung von Cholesterin begünstigen. Zudem kann eine Insulinresistenz, wie sie bei Diabetes vorkommt, die Fettverwertung im Körper stören und zu erhöhten Cholesterinwerten führen.
Zusätzlich spielt die genetische Veranlagung eine Rolle. Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie haben aufgrund eines genetischen Defekts eine verminderte Fähigkeit, Cholesterin aus dem Blut zu entfernen, was zu erhöhten Cholesterinwerten führt.
Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein unseres Körpers, doch im Alter verändert sich der Stoffwechsel. Umso wichtiger ist es, die empfohlenen Orientierungswerte zu kennen.
Übersicht: Cholesterinwerte nach Altersgruppen
Die folgenden Tabellen zeigen die Richtwerte für Menschen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen* :
Frauen
Diese Werte dienen als allgemeine Orientierung. Individuelle Zielwerte können je nach Gesundheitszustand und Risikofaktoren variieren. (ZAVA).
Cholesterinwerte bei Frauen ab 60 und 70
Mit den Wechseljahren verändert sich im Körper vieles, auch der Fettstoffwechsel. Durch den sinkenden Östrogenspiegel steigt das „schlechte“ LDL-Cholesterin, während das schützende HDL abnimmt. Das Herz verliert damit einen wichtigen Schutzfaktor. Frauen über 60 entwickeln deshalb häufiger Gefäßverkalkungen, oft schleichend und mit anderen Symptomen als Männer: Statt des typischen Brustschmerzes zeigen sich Herzprobleme eher durch Müdigkeit, Atemnot oder Übelkeit. Gerade deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Blutwertkontrollen ab diesem Alter besonders wichtig.
Männer
Diese Werte dienen als allgemeine Orientierung. Individuelle Zielwerte können je nach Gesundheitszustand und Risikofaktoren variieren. (ZAVA).
Cholesterinwerte bei Männern ab 60
Bei Männern sammelt sich mit zunehmendem Alter vermehrt viszerales Fett im Bauchraum – ein stiller Risikofaktor für Herz und Gefäße. Das LDL steigt, Arterien versteifen früher, und viele bringen bereits Altlasten wie Bluthochdruck oder Raucherjahre mit. Eine engmaschige Kontrolle der Cholesterinwerte, kombiniert mit Bewegung und ausgewogener Ernährung, hilft, Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen – bevor erste Symptome überhaupt auftreten.
Warum die Tabelle nur die halbe Wahrheit ist: Das Risiko zählt!
Während die obigen Tabellen eine gute erste Einordnung bieten, arbeiten Kardiologen heute nach dem Prinzip: Je kränker die Gefäße, desto niedriger muss der Wert sein. Wenn du bereits gesundheitliche Päckchen zu tragen hast, reichen die Standardwerte von 115 mg/dl oft nicht aus. Experten empfehlen dann deutlich niedrigere LDL-Zielwerte:
- Bei hohem Risiko (z. B. Diabetes oder starker Bluthochdruck): unter 70 mg/dl.
- Nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall: unter 55 mg/dl.
Cholesterinwerte ab 70 – Was ist noch normal?
Mit 70+ steigen die Werte oft leicht an, da der Stoffwechsel natürlicherweise langsamer wird. Dennoch gilt: Liegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, sollte das LDL heute eher unter 100 mg/dl oder sogar unter 70 mg/dl liegen, um weitere Kalkablagerungen zu verhindern. Wenn Du sonst völlig gesund bist und keine Gefäßschäden hast, bewertet Deine Ärztin oder Dein Arzt Werte um die 115 mg/dl oft gelassener.
LDL-, HDL- und Gesamtcholesterin im Überblick
Cholesterin ist nicht einfach „gut“ oder „schlecht“ – unser Blut trägt verschiedene Arten in sich, die unterschiedliche Rollen spielen. Manche helfen, die Gefäße sauber zu halten, andere neigen dazu, sich in den Arterien abzulagern. Wer die Werte kennt, kann besser einschätzen, was im Körper gerade passiert.
- Gesamtcholesterin: Dieser Wert gibt die Summe aus LDL, HDL und weiteren Fettanteilen (Triglyceriden) an. Ein Wert unter 200 mg/dl gilt bei gesunden Senioren als guter Orientierungspunkt.
- LDL-Cholesterin: Oft als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet, da es sich in den Arterien ablagern kann. Während für fitte Menschen unter 115 mg/dl angestrebt werden, gelten für Risikopatienten deutlich strengere Ziele (wie oben beschrieben).
- HDL-Cholesterin: Das „gute“ Cholesterin wirkt wie eine Müllabfuhr und transportiert Fett aus den Gefäßen ab. Ein Wert über 45 mg/dl (Frauen) bzw. 40 mg/dl (Männer) ist hier das Ziel.
- Triglyceride: Diese „neutralen Fette“ dienen als Energiereserve. Sind sie dauerhaft über 150 mg/dl, können sie zusammen mit dem Cholesterin die Gefäßverkalkung beschleunigen.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Der Normwert ist altersabhängig und nimmt mit steigenden Lebensjahren leicht zu. Bei jungen Frauen ist er in der Regel etwas niedriger als bei jungen Männern. Mit zunehmendem Alter gleicht sich dieser Unterschied aus. Ältere Frauen haben im Mittel einen höheren Cholesterinspiegel als ältere Männer. Der durchschnittliche Gesamtcholesterinspiegel von Menschen zwischen 35 und 65 Jahren lag einer Untersuchung zufolge Anfang der 1990er Jahre in Deutschland bei etwa 236 mg/dl (6,1 mmol/l).
Im Alter ist es also besonders wichtig, die Cholesterinwerte regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung kann helfen, die Werte im optimalen Bereich zu halten und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu minimieren.
Mit zunehmendem Alter verändern sich nicht nur unsere Lebensgewohnheiten, sondern auch unser Körper. Blutgefäße werden weniger elastisch, Ablagerungen sammeln sich leichter an, und der Cholesterinspiegel kann unerwartet steigen. Für viele Senioren bleibt dies lange unbemerkt – bis die ersten Warnsignale auftreten.
Hohe Cholesterinwerte erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und weitere gesundheitliche Probleme. Schauen wir uns einige typische Szenarien an, die zeigen, warum Cholesterin im Alter besonders ernst genommen werden sollte.
Herzinfarkt und Schlaganfall im Alter
Peter, 74, liebte seine Morgenspaziergänge im Park. Eines Tages spürte er plötzlich einen stechenden Schmerz in der Brust und Atemnot. Sein Arzt stellte einen Herzinfarkt fest – die Folge jahrelang erhöhter Cholesterinwerte, die sich als Ablagerungen in seinen Herzkranzgefäßen gesammelt hatten.
Auch Schlaganfälle sind im Alter ein großes Risiko: Bei Maria, 70, führte ein stark erhöhter LDL-Wert zusammen mit Bluthochdruck zu einem kleinen Schlaganfall, der ihre Beweglichkeit vorübergehend einschränkte. Diese Beispiele zeigen: Auch scheinbar „kleine“ Veränderungen im Blut können fatale Folgen haben.
Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen
Clara, 68, bemerkte nach einigen Metern Spaziergang Schmerzen in den Waden. Die Diagnose: periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), ausgelöst durch verengte Arterien infolge hoher Cholesterinwerte.
Solche Ablagerungen behindern die Durchblutung und führen nicht nur zu Schmerzen, sondern erhöhen auch die Sturz- und Verletzungsgefahr. Arteriosklerose verläuft oft schleichend – man merkt die Gefahr erst, wenn die Durchblutung schon stark eingeschränkt ist.
Zusammenhang mit Diabetes und anderen Krankheiten
Johann, 75, lebt seit Jahren mit Typ-2-Diabetes. Sein hoher Cholesterinspiegel verstärkte die Gefäßbelastung, die Diabetes ohnehin verursacht. Das Zusammenspiel von zu viel „schlechtem“ LDL-Cholesterin und zu hohem Blutzucker führte bei ihm zu einer beschleunigten Gefäßverkalkung, die das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich erhöhte.
Viele Senioren wie Johann merken oft erst spät, wie eng Cholesterin, Diabetes und andere Begleiterkrankungen miteinander verknüpft sind.
Im Alter ist es besonders wichtig, den Cholesterinspiegel im Blick zu behalten. Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Doch keine Sorge: Mit gezielten Maßnahmen lässt sich der Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Hier erfährst Du, wie Du aktiv werden kannst.
Ernährung anpassen: Tauschen statt nur Verzichten
Die Ernährung ist einer der stärksten Hebel, um den Cholesterinspiegel zu beeinflussen. Moderne Ernährungskonzepte setzen heute weniger auf radikalen Verzicht als vielmehr auf den gezielten Austausch von „schlechten“ Fetten durch herzgesunde Alternativen.
Der Fett-Tausch: So geht’s einfach
Es kommt weniger auf die Menge des Fetts an, sondern vor allem auf die Art der Fettsäuren. Versuche, gesättigte Fette (meist tierisch) durch ungesättigte Fette (meist pflanzlich) zu ersetzen:
Deine Cholesterin-Helfer: Ballaststoffe & Omega-3
Einige Lebensmittel wirken wie eine natürliche „Bürste“ für Deine Gefäße:
- Ballaststoffe (Die Müllabfuhr): Besonders lösliche Ballaststoffe aus Haferflocken (Beta-Glucan), Hülsenfrüchten, Äpfeln und Beeren binden Cholesterin im Darm und fördern dessen Ausscheidung.
- Omega-3-Fettsäuren: Fettreicher Fisch (Lachs, Makrele) oder Leinöl helfen dabei, die Triglyceride zu senken und die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern.
- Pflanzensterine: Diese natürlichen Stoffe (z. B. in Nüssen oder angereicherten Lebensmitteln) blockieren die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung.
Bewegung und Alltagstipps
Regelmäßige Bewegung ist ein weiterer Schlüssel. Auch im Alter kannst Du mit sanften Sportarten viel erreichen: Spaziergänge, Schwimmen oder Gymnastik tun Körper und Herz gut. Versuche, täglich mindestens 30 Minuten aktiv zu sein – schon kleine Schritte summieren sich und bringen viel.
Medikamente und Therapie
Manchmal reicht Bewegung und Ernährung nicht aus, und Medikamente sind notwendig, um den Cholesterinspiegel zu senken. Dein Arzt wird gemeinsam mit Dir entscheiden, welche Therapie für Dich sinnvoll ist.
Statine im Alter – Nutzen und Risiken
Statine senken das LDL-Cholesterin und reduzieren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie können aber Nebenwirkungen haben, zum Beispiel Muskelschmerzen oder Verdauungsprobleme. Dein Arzt klärt mit Dir ab, ob der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.
Alternative Therapien
Wenn Statine nicht gut vertragen werden oder nicht ausreichen, gibt es andere Medikamente:
- Ezetimib: Hemmt die Aufnahme von Cholesterin im Darm
- PCSK9-Hemmer: Senken das LDL-Cholesterin stark
Diese Mittel werden oft zusätzlich zu Statinen eingesetzt.
Ab wann lohnt sich Cholesterinsenken nicht mehr?
Ab etwa 82 Jahren spricht man in der Vorbeugung (Primärprävention) nur noch eingeschränkt von einem Nutzen. Wenn Deine Lebenserwartung verringert ist oder Dein Allgemeinzustand deutlich eingeschränkt, kann das Absetzen von Statinen sinnvoll sein. Doch: Setze Medikamente niemals eigenständig ab. Das ist immer eine gemeinsame Entscheidung mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.
Wichtig zu wissen: Bei Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, gelten andere Regeln als bei völlig beschwerdefreien Personen – hier kann das Fortführen der Therapie weiterhin Leben retten.
Für viele Seniorinnen und Senioren ist es nicht leicht, langjährige Essgewohnheiten abzulegen. Angehörige und Pflegekräfte unterstützen genau hier im Alltag:
- Peter, 74, liebte seine Morgenspaziergänge, doch das Frühstück blieb eine Baustelle. Dank der Unterstützung seiner Alltagsbegleitung, die ihm beim gemeinsamen Kochen und der Mahlzeitenplanung hilft, landet nun regelmäßig eine Schale Haferflocken statt Speck auf dem Tisch. Das gemeinsame Zubereiten macht die Umstellung für ihn zu einem sozialen Ereignis statt zu einem strengen Verzicht.
- Maria, 70, verlor nach ihrem kleinen Schlaganfall die Motivation, alleine gesund zu kochen. Heute bereitet sie zusammen mit ihrer Betreuungskraft mediterrane Gerichte mit viel Gemüse und Olivenöl zu. Das gemeinsame Schnippeln und Kochen sorgt nicht nur für bessere LDL-Werte, sondern ist auch ein wichtiges Training für ihre Feinmotorik.
Ernährung im Pflegealltag umsetzen
Für viele Seniorinnen und Senioren ist es nicht immer leicht, sich gesund zu ernähren. Hier sind Angehörige und Pflegekräfte gefragt: Sie können Mahlzeiten vorbereiten, die ballaststoffreich und cholesterinsenkend sind, zum Beispiel Vollkornbrot, Gemüsegerichte oder Fisch wie Lachs und Makrele.
Peter, 74, liebte seine Morgenspaziergänge im Park, doch sein hoher Cholesterinspiegel machte ihm schon beim Frühstück zu schaffen. Statt wie gewohnt Wurstbrot und Speck griff er dank seiner Tochter nun regelmäßig zu einer Schale Haferflocken mit frischem Obst. Diese kleinen, gezielten Veränderungen in seiner Ernährung machten schnell einen spürbaren Unterschied und halfen, die Ablagerungen in seinen Herzkranzgefäßen zu verlangsamen.
Medikamente richtig einnehmen und überwachen
Medikamente gegen hohen Cholesterin, wie Statine oder alternative Therapien, wirken nur, wenn sie regelmäßig eingenommen werden. Angehörige und Pflegekräfte können Erinnerungen geben, die Einnahme überwachen und Nebenwirkungen beobachten.
Maria, 70, hatte nach einem kleinen Schlaganfall Schwierigkeiten, ihre Medikamente korrekt einzunehmen. Ihr Pfleger führte ein übersichtliches Medikamenten-Tableau ein und kontrollierte die Einnahme täglich. So konnte Maria ihre Werte stabil halten und das Risiko für weitere Schlaganfälle verringern.
Bewegung und Motivation trotz Einschränkungen
Bewegung ist entscheidend, auch wenn körperliche Einschränkungen bestehen. Spaziergänge, leichte Gymnastik oder Wasserübungen helfen, Gefäße flexibel zu halten und den Cholesterinspiegel positiv zu beeinflussen.
Clara, 68, bemerkte nach einigen Metern Spaziergang Schmerzen in den Waden aufgrund ihrer pAVK. Mit Unterstützung ihrer Pflegerin konnte sie täglich kleine Gehstrecken absolvieren und Dehnübungen machen. Die Motivation durch Begleitung half ihr, trotz Schmerzen aktiv zu bleiben – ein Schlüssel, um die Durchblutung zu verbessern.
Arztbesuche und Laborwerte gemeinsam im Blick behalten
Regelmäßige Arztbesuche und Blutkontrollen sind für Seniorinnen und Senioren essenziell, um Cholesterinwerte, Blutdruck und Blutzucker im Blick zu behalten. Angehörige können Termine koordinieren, Laborwerte dokumentieren und Auffälligkeiten sofort melden.
Johann, 75, lebt seit Jahren mit Typ-2-Diabetes. Seine Pflegerin geht mit ihm regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen, notiert die Laborwerte und bespricht sie anschließend mit dem Arzt. So konnte Johann das Zusammenspiel von Diabetes und Cholesterin besser verstehen und gezielt gegensteuern.
Die Umsetzung im Alltag – gesunde Mahlzeiten, pünktliche Medikamentengabe, regelmäßige Bewegung – ist oft die größte Herausforderung. Wenn Du Unterstützung brauchst, um die Cholesterinwerte Deiner Liebsten im Griff zu behalten, kläre jetzt Deine Pflegesituation kostenfrei in 3 Minuten.
noracares ist nicht nur Experte für Theorie: Wir begleiten Dich direkt bei der praktischen Umsetzung im Pflegealltag und helfen, dass Ernährung, Bewegung und Medikamente zuverlässig umgesetzt werden.
Umsetzung im Alltag erleichtern – professionelle Vermittlung nutzen
Die Umsetzung im Alltag – gesunde Mahlzeiten, pünktliche Medikamentengabe, regelmäßige Bewegung – ist oft die größte Herausforderung. noracares hilft Dir dabei, die passende Unterstützung zu finden: Wir vermitteln qualifizierte Kräfte, die Dich direkt bei der praktischen Umsetzung im Pflegealltag begleiten – sei es beim herzgesunden Kochen oder als motivierende Begleitung für tägliche Bewegung.
Cholesterin im Alter ist mehr als nur ein Laborwert – es ist ein wichtiges Signal, das ernst genommen werden sollte, ohne dabei Angst zu machen. Mit zunehmendem Alter verändern sich Stoffwechsel, Hormone und Lebensgewohnheiten. Deshalb ist es entscheidend, die Werte regelmäßig zu kontrollieren, individuell mit dem Arzt oder der Ärztin zu besprechen und gemeinsam passende Maßnahmen zu wählen.
Wichtig ist: Es gibt nicht den einen richtigen Weg für alle. Für manche stehen Medikamente im Vordergrund, für andere eine angepasste Ernährung, Bewegung oder einfach das bewusste Abwägen von Lebensqualität und gesundheitlichem Nutzen. Angehörige und Pflegekräfte können dabei eine wertvolle Unterstützung sein – sei es beim Kochen, bei Arztterminen oder beim Erinnern an Medikamente.
Das Gute: Auch im höheren Alter lässt sich noch viel für Herz und Gefäße tun. Mit verständlichen Informationen, praktischen Tipps und einer Betreuung, die zur eigenen Lebenssituation passt, kannst Du sicherstellen, dass Cholesterin kein Schreckgespenst bleibt, sondern ein gut kontrollierbarer Teil Deiner Gesundheit.
- Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Eine chronische Erkrankung, bei der sich Fette (Cholesterin) und Kalk in den Arterienwänden ablagern. Dies führt zu Verengungen, die Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall verursachen können.
- Ezetimib: Ein Medikament, das die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm hemmt. Es wird oft eingesetzt, wenn Statine allein nicht ausreichen oder nicht vertragen werden.
- HDL-Cholesterin (High-Density Lipoprotein): Oft als „gutes“ Cholesterin bezeichnet. Es wirkt wie eine „Müllabfuhr“ der Gefäße und transportiert überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber, wo es abgebaut wird. Hohe HDL-Werte schützen die Gefäße.
- Kardiovaskuläres Risiko: Die Wahrscheinlichkeit, in einem bestimmten Zeitraum eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Herzinfarkt) zu erleiden. Dieses Risiko bestimmt heute maßgeblich, wie streng die Cholesterinwerte eingestellt werden müssen.
- Komorbiditäten: Fachbegriff für Begleiterkrankungen, also das gleichzeitige Auftreten von zwei oder mehr chronischen Krankheiten (z. B. Diabetes und Bluthochdruck), die sich gegenseitig beeinflussen.
- LDL-Cholesterin (Low-Density Lipoprotein): Oft als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet. Es transportiert Cholesterin zu den Zellen, kann sich aber im Überschuss in den Arterien ablagern und Gefäßverkalkung fördern.
- Lipidprofil: Eine detaillierte Laboruntersuchung des Blutes, die alle relevanten Fettwerte (Gesamtcholesterin, LDL, HDL und Triglyceride) aufschlüsselt, um das individuelle Risiko besser einschätzen zu können.
- pAVK (Periphere arterielle Verschlusskrankheit): Eine Durchblutungsstörung, die meist die Beine betrifft. Sie wird oft durch Arteriosklerose ausgelöst und führt zu Schmerzen, besonders beim Gehen („Schaufensterkrankheit“).
- Primärprävention: Vorbeugung von Krankheiten, bevor sie überhaupt auftreten (z. B. Cholesterinsenkung bei ansonsten gesunden Menschen).
- Sekundärprävention: Maßnahmen, um nach einer bereits bestehenden Erkrankung (z. B. nach einem ersten Herzinfarkt) Schlimmeres oder einen Rückfall zu verhindern. Hier gelten besonders strenge LDL-Zielwerte.
- Statine: Eine der am häufigsten verschriebenen Medikamentengruppen zur Senkung des LDL-Cholesterins. Sie hemmen die körpereigene Cholesterinproduktion in der Leber.
- Triglyceride: Neutrale Fette im Blut, die als Energiespeicher dienen. Sind sie dauerhaft erhöht, stellen sie neben Cholesterin einen weiteren wichtigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar.